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"Ihr seid alle ausgeladen": Das ist die wohl ehrlichste Todesanzeige aller Zeiten

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"Ich melde mich hiermit vom Leben ab", steht am Beginn der Traueranzeige von Hubert Martini, die der "Trierische Volksfreund" veröffentlichte. Der im Juni verstorbene Mann aus Trier hat seine Annonce nämlich selbst verfasst – und sie ist schonungslos ehrlich (siehe Video).

Zunächst lässt er sein Leben Revue passieren und hat nur gute Worte für seine Frau und seine Freunde, die sogar namentlich erwähnt werden.

Doch im letzten Absatz ist es vorbei mit der Freundlichkeit: "Ich war überzeugter Atheist, ich bin es geblieben", steht dort geschrieben.

Dazu passt: "Seine Ehre hieß Treue": Österreichische Zeitung entsetzt mit SS-Todesanzeige

Und als solcher wünscht sich der Verstorbene dann auch, dass keine Trauerkleidung, keine Kreuze oder andere religiöse Symbole bei der Trauerfeier zu sehen sein sollen. Als Blumen will er, wenn überhaupt, nur gelbe und orange Lilien ohne starken Geruch.

Dann wird es besonders pikant: Hubert Martini verbietet zum Abschluss den Familien seiner Geschwister – oder wie er sie nennt "die anderen fünf Kinder meiner Eltern und deren Partner und Nachkommen“ – zu seinem Begräbnis zu kommen. "Ihr seid alle ausgeladen", steht dort.

In diesem Sinne: Ruhe in Frieden und danke für deine ehrlichen Worte zum Abschied.

Hier noch einmal der Text der Anzeige im Ganzen:

Melde mich hiermit vom Leben ab.

Ich hatte ein gutes Leben, das aber auch von vielen Krankheiten überschattet war. Die letzte war leider unbesiegbar. Ich habe eine wunderbare Frau kennen und lieben gelernt, habe einen guten Sohn mit ihr gezeugt und zwei tolle Enkelkinder geschenkt bekommen.

Eigentlich wollte ich jetzt mit Hiltrud noch einige Zeit mehr miteinander verbringen, aber da klappte ja nicht mehr. Nun denn, trotz allem ein gutes Leben. Bedanken möchte ich mich bei den wenigen Freunden, die mich auf meiner Wegstrecke immer wieder ein Stück begleitet haben.

Sie werden jetzt auch Hiltrud und Dirk beistehen. Ganz besonderen Dank an Birgit und Hans, an Eva und alle, die jetzt hier nicht namentlich erwähnt werden, aber wissen, dass sie gemeint sind. Viele sind das ja nicht.

Dank auch an meinen türkischen Freund Mustafa - die Einblicke in seine (mir in Teilen wohl immer fremd geblieben) Familienkultur waren nicht immer schmerzfrei für mich. Aber er war ehrlich zu mir. Und Offenheit und Ehrlichkeit waren mir immer wichtig. Manchem habe ich damit weh getan - und das war gut so.

Ein Wort zuletzt: Ich war überzeugter Atheist, ich bin es geblieben!

Also auf der Verabschiedungsfeier keine Trauerkleidung, keine Kreuze oder sonstige offene versteckte religiöse Symble. Als Blumen, wenn überhaupt, bitte nur gelbe und orange Lilien ohne starken Geruch.

Den anderen 5 Kindern meiner Eltern und deren Partnern und Nachkommen verbiete ich die Teilnahme an dieser Feier. Ihr seid alle ausgeladen!


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(lk)