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Syrer findet 150.000 Euro - was die AfD daraus macht, ist abscheulich

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AFD FLUECHTLING
dpa/HuffPost
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Anfang der Woche berichteten die Medien bundesweit über einen syrischen Flüchtling, der in einem Kleiderschrank insgesamt 150.000 Euro fand und sie den Behörden übergab. Die AfD Bayern griff die Meldung nun in einem herablassenden Facebook-Post auf.

Obwohl der Eigentümer der gefundenen 50.000 Euro in bar und rund 100.000 Euro auf Sparbüchern von der Polizei ermittelt wurde, ist die Geschichte des ehrlichen Finders für Muhammed M. noch nicht erledigt – im Gegenteil.

Vom ehrlichen Finder zur Witzfigur der AfD

Über unterschiedliche Kanäle kam es durch die Aufteilung der beiden Geldbeträge zu Differenzen zwischen der Bargeld-Summe und dem Gesamtwert des Fundes. Diese Diskrepanz nahm nun die AfD Bayern zum Anlass, die gesamte Geschichte anzuzweifeln und durch ihren Post mit rassistischen Klischees und pietätlosen Schlagzeilen zu spielen:

"Die Presse hat ein Problem: Niemand glaubt mehr ihre rührenden Flüchtlingsgeschichten", ist auf dem Bild zu lesen. Und: "Wir hätten ein paar neue Ideen."

Eine der Thesen besagt, Muhammed fände "Claudia Fatima Roth süß, aber sie will noch bis nach der Hochzeit warten."



Auf Anfrage der Huffington Post sagte Petr Bystron, AfD-Landeschef Bayern dazu: “Claudia Roth betreibt gezielt eine Islamisierung Deutschlands mit dem Ziel, Deutschland, so wie es jetzt ist, zu zerstören - daher der Zusatz Fatima.“

Facebook-Post sorgt für Diskussionen

Die Schlagzeile richte sich “keineswegs gegen die Flüchtlinge“. Er hoffe, dass solch ein "ironischer Seitenhieb gegen die Medien" nicht den Hass gegen Flüchtlinge schüren werde. Viele AfD-Mitglieder engagierten sich selbst in der Flüchtlingsbetreuung.

Für das Bild bekommt die AfD inzwischen von ihren Anhängern viel Zustimmung, er wurde bereits rund 2300 Mal mit "Gefällt mir" markiert und über 3000 Mal geteilt.

Der Post sorgt aber auch für einigen Unmut – bei Gegnern als auch bei Befürwortern. So ein Bild passe nicht in den Auftritt einer seriösen Partei heißt es beispielsweise in den Kommentaren.

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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(lk)