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Ein Mann schickte vier Artikel zurück - und bekam er von Amazon diese E-Mail

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Fälle häufen sich: Amazon will Kunden sperren - weil er vier Artikel zurückschickte | Mike Segar / Reuters
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  • Amazon sperrt offenbar zunehmend Kunden-Konten
  • Grund ist eine vermeintlich hohe Anzahl an Rücksendungen
  • Nun sorgt ein besonders fragwürdiger Fall für Entrüstung

Ein großer Vorteil von Online-Bestellungen ist, dass man die Waren einfach zur Post bringen und zurückschicken kann, wenn sie einem nicht gefallen - und zwar so viele Produkte, wie man will. Sollte man meinen. Ist aber nicht so.

Prominentestes Beispiel: Amazon. Der Onlinehändler sperrt offenbar Kunden, wenn er der Ansicht ist, sie hätten zu oft vom Rücksenderecht Gebrauch gemacht. Was verständlich ist, solange es sich wirklich um übermäßig große Mengen an zurückgeschickten Waren handeln.

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Wie "stern.de" schreibt, sperrt Amazon jedoch immer häufiger auch die Konten von Kunden, die nur wenige Produkte zurücksenden. Ein Fall sorgt derzeit besonders für Aufregung. Das Portal "teltarif.de" berichtet von einem Mann, der schon nach wenigen Retouren E-Mails von Amazon bekam, in denen der Onlinehändler ihm mit der Sperrung des Kontos drohte.

Kunde schickte pro Jahr höchstens vier Artikel zurück

Laut dem Portal ist die Anzahl der Rücksendungen des Kunden allerdings absolut im Rahmen, wenn nicht sogar unter dem Durchschnitt.

2014 bestellte der Kunde demnach 15 Artikel für rund 600 Euro schickte keinen einzigen davon zurück. 2015 ließ er sich 19 Produkte für ebenfalls rund 600 Euro nach Hause liefern. Vier davon schickte er zurück. Dasselbe gilt für das laufende Jahr 2016.

Nicht besonders viel, würde jeder Außenstehende sagen. Amazon aber warf dem Mann laut "teletarif.de" vor, eine "außergewöhnlich hohe Anzahl der bestellten Artikel wieder an uns zurückgesendet" zu haben. Ob man denn helfen könne, das "Einkaufserlebnis zu verbessern".

Amazon reagierte mit Droh-E-Mails

Der Kunde habe daraufhin mit jeder Rücksendung eine genaue Begründung mit, warum er das Produkt nicht behalten wolle. Diese kamen offenbar nicht bei Amazon an, denn kurze Zeit später folgte laut dem Portal eine weitere E-Mail, in der der Onlinehändler das Bedauern darüber ausdrückte, dass der Kunde bisher keine Gründe für die in den Augen von Amazon vielen Rücksendungen angegeben habe.

"Bleibt Ihr derzeitiges Retourenverhalten so außergewöhnlich wie bisher, ohne dass Sie uns eine Begründung mitteilen, bitten wir Sie um Verständnis, dass wir uns das Recht vorbehalten, Ihr Amazon.de Konto zu schließen", hieß es darin laut "teletarif.de".

Eine Kontoschließung bedeutet zusätzlich: Besitzt der Kunde Konten bei Javari.de, Lovefilm und Audible.de, werden auch diese geschlossen. Bereits gekaufte Audible-Hörbücher könnten nach Kontoschließung jedoch nicht mehr heruntergeladen werden.

Amazon hat sich zu dem Fall nicht geäußert

Auch verkaufen kann der Kunde dann nichts mehr über den Amazon Marketplace. Alle Wunschliste und Rezensionen werden gelöscht.

So schnell kann es also gehen, dass Amazon seine Kunden abschreibt?

Das Portal "stern.de", das ebenfalls über den Fall berichtete, schreibt, Amazon habe sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

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