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Studie: Diese neue Behandlung könnte Alzheimer heilen

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Diese neue Behandlung könnte Alzheimer heilen | JGI/Jamie Grill via Getty Images
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Alzheimer galt bislang als unheilbar - jetzt schürt eine neue Studie Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte. Forscher der University of California untersuchten zusammen mit dem Buck Institute for Research on Aging einen Weg, Alzheimer rückgängig zu machen.

Alzheimer ist eine Gehirnstörung, die dazu führt, dass der Betroffene im Laufe der Erkrankung dement wird. Alzheimer ist für etwa 60 Prozent der weltweit 24 Millionen Demenz-Erkrankungen verantwortlich.

Individuell angepasste Alzheimer-Therapie

Die Forscher um Professor Dale Bredesen von der University of California hatten für die Studie 10 Teilnehmer mit Alzheimer-Erkrankung im Anfangsstadium intensiv betreut und für jeden individuell einen Betreuungsplan entwickelt. Dieser Plan enthält 36 Punkte mit genauen Ernährungsvorgaben, kognitivem Training und unterschiedlichen Dosierungen von Medikamenten und Vitaminen. Auch achteten die Wissenschaftler darauf, dass die Teilnehmer sich weniger Stress aussetzten und etwa acht Stunden pro Tag schliefen.

Die Wissenschaftler verkünden stolz in einem Statement, dass die Patienten nach monatelanger Therapie Fortschritte gemacht und verlorene Fähigkeiten wiedererlangt hätten: "Patienten, die aufgrund der Erkrankung ihre Arbeit aufgegeben haben, konnten wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren - und jene, die Probleme im Job hatten, konnten ihre Leistung verbessern." Eine 49-jährige Teilnehmerin hatte beispielsweise laut Forscher während der Therapie wieder angefangen, Fremdsprachen zu sprechen - obwohl sie zu Beginn der Therapie sprachlich eingeschränkt war.

Alle bis auf einen Patienten tragen ein bestimmtes Gen

Alle bis auf einen Patienten haben dabei eine Gemeinsamkeit: Sie sind Träger des Gens APOE4. Dadurch haben sie ein stark erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Dieses Wissen half den Ärzten bisher nicht viel, da sie die Erkrankung weder verhindern noch therapieren konnten.

Das könnte sich nun nach Meinung von Dale Bredesen, dem Leiter der Studie, ändern. Er schlägt vor, dass Träger dieses Gens ein Präventionsprogramm ähnlich dem 36-Punkte-Plan beginnen sollten.

Den Erfolg seiner 36-Punkte-Therapie erklärt er in dem Statement so: "Stellen Sie sich die Krankheit als ein Dach mit 36 Löchern vor und Ihr Medikament hilft, ein Loch zu stopfen. Das Medikament wirkt, aber Sie haben immer noch 35 andere Löcher, also hält es den Erkrankungsprozess nicht auf."

Bisher verschrieben Ärzte bei Alzheimer verschiedene Medikamente und legten dem Patienten darüber hinaus ans Herz, nichtmedikamentöse Behandlungen wie kognitives Training und Psychotherapie zu beginnen. Allerdings ist eine so intensive und individuelle Betreuung mit Ernährungsplan und Stressreduzierung wie in der Studie von Bredesens Team selten.

Die Forscher brauchen noch mehr Ergebnisse, um ihre Befunde untermauern zu können

Bredesen gibt aber auch zu, dass noch mehr getan werden muss, um die Ergebnisse wissenschaftlich weiter verwerten zu können: "Dieser Therapieerfolg bei unseren zehn Patienten ist beispiellos, wir brauchen aber mehr Beweise, um feststellen zu können, ob unsere Therapie wirklich so effektiv in der Bekämpfung von Alzheimer ist."

Andere Wissenschaftler begrüßten die positiven Ergebnisse, äußerten aber aufgrund der kleinen Teilnehmeranzahl Kritik: James E. Galin, Professor für Biomedizin an der Florida Atlantic University, meinte gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender "CBS": "Es ist wichtig, dass man diesen Weg weiter verfolgt. Aber ich bin mir bei der Methodik unsicher."

Bredesen will nun weitere Beweise dafür sammeln, dass sein 36-Punkte-Therapie bei der Bekämpfung von Alzheimer helfen kann.

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(vr)