Huffpost Germany

BKA warnt: Dschihadisten wollen auch in Deutschland "Hausbesuche" machen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JIHADIST POLICE
Das BKA warnt vor Hausbesuchen in Deutschland. (Symbolbild). | AHMAD AL-RUBAYE via Getty Images
Drucken

Es war ein neuer Akt des Terrors in Paris. Mitte Juni lauerte der Islamist Larossi Abballa dem französischen Polizisten Jan-Baptiste Salaving vor dessen Wohnhaus auf.

Als Baptiste kam, stach Abballa ihn nieder. Der 42-jährige Polizist starb noch vor der Haustür. Danach tötete Abballa die Lebensgefährtin des Mannes und nahm den dreijährigen Sohn als Geisel.

Das Widerlichste: Der 27-Jährige streamte seine Tat live über Facebook ins Netz.

Uniformträger als Ziel von radikalen Islamisten

Auch nach dem Attentat auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" am 9. Januar 2015 brachten die Täter, die sich zum jemenitischen Zweig der Terrororganisation al-Qaida bekannten, bei ihrer Flucht einen Polizisten um. Am Tag zuvor wurde bereits eine Polizistin von einem islamistischen Täter erschossen.

Dazu passt: Das sagt der Koran zum Dschihad und zu Selbstmordattentaten

Uniformierte sind unter radikalen Islamisten ein legitimes Ziel. Durch Angriffe auf Polizisten oder Soldaten in deren Heimatländern wollen die Dschihadisten das Gefühl verbreiten, dass sie auch dort nicht sicher seien.

Angriffe auf Polizisten auch in Deutschland

Auch in Deutschland kam es jüngst zu einem derartigen Vorfall: Anfang März stach eine 15-Jährige in Hannover auf einen Polizeibeamten ein. Das Mädchen wollte sich offenbar dem Islamischen Staat (IS) in Syrien anschließen.

Im Mai 2012 eskalierte eine Demonstration gegen Mohammed-Karikaturen in Bonn. Dabei zückte der Salafist Murat K. ein Küchenmesser und rammte es zwei Polizisten in den Oberschenkel.

BDK: "Hinweise auf Angriffe in Deutschland"

Auch Hausbesuche wie in Paris seien in Deutschland jederzeit möglich. Davor warnt André Schulz, Vorsitzender der Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

"Wir haben Hinweise darauf, dass Attentäter auch bei uns gezielt Polizisten angreifen wollen", sagte Schulz der "Welt".

Solche Angriffe sollen weitere Unsicherheiten in der Bevölkerung schüren, aber auch mögliche polizeiliche Überreaktionen provozieren, warnt der Kriminalbeamte.

Uniform ein rotes Tuch für Terroristen

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) sieht die Bundesrepublik weiterhin im Fadenkreuz des IS. Der Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz mit Aufklärungsflügen über Syrien als auch die deutsche Ausbildungsmission im Nordirak – samt den Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer – gelten dabei als mögliche Motive für Anschläge, schreibt die "Welt".

Da die Uniform eine rotes Tuch für radikale Islamisten sei, wurden in einigen europäischen Staaten konkrete Maßnahmen getroffen.

In Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden sollen Soldaten außerhalb der militärischen Einrichtungen keine Uniform tragen, um die eigene Sicherheit besser zu gewährleisten.

Auch auf HuffPost:

„ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun“ - Ein Experte findet klare Worte


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(cl)