Huffpost Germany

Rückruf: Diese Ikea-Möbel töteten sechs Kinder

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Ikea starte in den USA und Kanada einen Millionen-Rückruf
  • Ein Kommoden-Modell soll für den Tod von insgesamt sechs Kinder verantwortliche sein

Nach dem Tod von Kleinkindern durch umstürzende Möbel ruft Ikea in den USA und Kanada 29 Millionen Kommoden zurück.

Dies teilte der schwedische Konzern am Dienstag mit. Denn die amerikanische Verbraucherschutzbehörde CPSC macht umgefallene Ikea-Möbel für den Tod von mindestens sechs Kindern unter drei Jahren verantwortlich. Die Kommoden seien nicht sicher, wenn sie nicht an der Wand befestigt seien, erklärte die Behörde. Auch Ikea mahnte seine Kunden dringend, die Möbel anzudübeln.

Sechs tote und 36 verletzte Kinder

Einige der Todesfälle sind allerdings nach Angaben der Behörde sehr lange her. Ein Kind starb bereits vor 27 Jahren, die anderen Fälle stammen aus den Jahren 2002 bis 2016. Die CPSC weiß nach eigenen Angaben darüber hinaus von 36 Fällen, in denen Kinder verletzt wurden.

Dazu passend: Auch Ikea betroffen - 10.000 Möbelhäuser sollen in Deutschland schließen

Der Rückruf betrifft nur Kunden in den USA und Kanada. Betroffen sind mehrere Modelle von Kommoden beziehungsweise Regalen mit Schubkästen. Nach Angaben von Ikea geht es um Kindermöbel mit einer Höhe von mehr als 60 Zentimetern und mehr als 75 Zentimeter hohe Einrichtungsgegenstände für Erwachsene. Alle Modelle wurden bei Ikea in Nordamerika jahrelang verkauft.

Ikea betonte, diese Möbel sollten an der Wand befestigt werden, um ein Umfallen zu verhindern. Wer ein solches Möbelstück besitze und es noch nicht angeschraubt habe, sollte es außer Reichweite von Kindern räumen.

Auch andere Hersteller werden belangt

Ikea bot kostenlose Sets zur Verankerung der Möbel an. Kunden können sich aber auch den Preis erstatten lassen.

Dies gilt für Stücke, die seit 2002 gekauft wurden. Ältere Möbel werden zum halben Preis zurückgenommen.Der Ikea-Chef in den USA, Lars Petersson, erklärte, die Modelle hätten einen Hinweis in der Gebrauchsanweisung, dass man sie an die Wand schrauben müsse.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern kostenlose Sets zur Befestigung seines Kommodenmodells Malm verteilt, nachdem es Berichte über Todesfälle bei Kindern gegeben hatte.

Die Verbraucherbehörde betonte, auch andere Hersteller würden belangt, wenn es ein Risiko gebe, dass ihre Möbel umfallen. "Ich appelliere an die Möbelindustrie, rascher sichere Modelle auf den Markt zu bringen", erklärte CPSC-Chef Elliot Kaye.

Auch auf HuffPost:

Der Junge wurde missbraucht - was die Biker dann vor seinem Haus taten, ist Anarchie

Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

Ihr habt ein spannendes Video?
Die Huffington Post ist eine Plattform für alle Perspektiven. Wenn ihr Themen mit eurem Videokommentar vorantreiben wollt, schickt eure Videos an unser Videoteam unter video@huffingtonpost.de.