Huffpost Germany

Gysi sieht "historische Gelegenheit" für rot-rot-grüne Koalition

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GYSI
Der Ex-Chef der Linken Gregor Gysi | MICHAEL KAPPELER via Getty Images
Drucken
  • Die SPD scheint sich zunehmend für eine rot-rot-grüne Koalition zu öffnen
  • Jetzt meldet sich der ehemalige Linken-Chef Gregor Gysi zu Wort

Für die politische Landschaft in Deutschland wäre es ein radikaler Umbruch: Eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen in Berlin. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte vor etwas mehr als einer Woche mit einem Gastbeitrag im "Spiegel" die Diskussionen um diese Konstellation entfacht.

Jetzt äußerst sich der langjährige Parteichef der Linken, Gregor Gysi, zu den Gedankenspielen. Gegenüber dem "Stern" sagte er: "Es öffnet sich jetzt ein historisches Fenster für Rot-Rot-Grün. Wenn wir diese Chance nicht nutzen, dann ist das rot-rot-grüne Projekt auf Jahre tot."

Gysi plädiert deshalb dafür, eine solche Koalition für die Zeit nach der Wahl 2017 systematisch vorzubereiten.

"Parteien sind so weit auseinander"

Deshalb sollten bereits Ende 2016 aus SPD, Linken und Grünen Arbeitsgruppen gebildet werden, sagt Gysi im Interview. "Man braucht schon Zeit. Die drei Parteien sind so weit auseinander, dass man in Ruhe besprechen muss, was geht und was nicht." Die Arbeitsgruppen müssten sich laut Gysi "über zentrale Themen verständigen: Kriegsbeteiligung, Rüstungsexporte, Altersarmut, prekäre Beschäftigung, Hartz IV, ökologische Nachhaltigkeit, Steuern".

Passend zum Thema: Die Null-Bock-Partei - das ist das wahre Problem der SPD

Gysi erneuerte auch seinen Vorschlag, mit einem gemeinsamen Spitzenkandidaten gegen Angela Merkel anzutreten. "Es kann, aber es muss ja kein Sozialdemokrat sein", so der frühere Linken-Chef, der nach wie vor großen Einfluss in seiner Partei hat. Die Widerstände der Linken gegen ein Bündnis mit Grünen und Linken schätzt er gering ein.

Gysi will nicht Minister werden

"90 Prozent unserer Wähler wollen das und 80 Prozent unserer Mitglieder." Ein Ministeramt in einer möglichen rot-rot-grünen Regierung strebe er "nicht unbedingt" an, sagte Gysi gegenüber dem "Stern". "Ich muss nicht Bundesminister werden, um mein Lebenswerk zu vollenden. Meine Aufgabe ist es, den Prozess hin zu einer linken Mehrheit zu begleiten."

In einer Umfrage ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag des "Stern", wie die deutschen Wahlberechtigten zu einem solchen Bündnis stehen. Dass SPD, Grüne und Linke für eine gemeinsame Allianz bereit sind, bezweifeln insgesamt 68 Prozent der Befragten. Mehrheitlich skeptisch sind selbst die Sympathisanten der drei Parteien - darunter 69 Prozent der Anhänger der Grünen, 64 Prozent der Linken und 52 Prozent der SPD.

Nur 21 Prozent der Deutschen wünschen sich Rot-Rot-Grün

Eine rot-rot-grüne Regierungskoalition wünschen sich mit 21 Prozent die wenigsten Deutschen - darunter vor allem die Anhänger der Linkspartei (82 Prozent). Favorisiert wird dagegen - noch vor einer erneuten Großen Koalition (26 Prozent) - ein Bündnis aus Union und Grünen (28 Prozent). Das befürworten auch 50 Prozent der Grünen- und 47 Prozent der CDU/CSU-Anhänger.

Sogar 22 Prozent der AfD-Wähler könnten damit offenbar gut leben. Nur knapp jeder dritte Befragte (31 Prozent) vermutet, dass die Initiative Gabriels mehr Stimmen für die SPD bringt - darunter etwas mehr als die Hälfte der SPD-Anhänger (54 Prozent).

Auch auf HuffPost:

Nur Isländer können sich über ein EM-Tor freuen wie dieser Moderator


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(ca)