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Caitlyn Jenner hasste ihren maskulinen Körper

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Caitlyn Jenner zeigt sich mit Goldmedaille um den Hals auf dem Cover der

Vor 40 Jahren gewann Caitlyn Jenner (66) alias Bruce Jenner Olympisches Gold im Zehnkampf. Stolz zeigt sie ihre Medaille nun auf dem Juli-Cover der "Sports Illustrated". Der sportliche Erfolg und die Zeit als Profi-Athlet haben Jenner zwar viel bedeutet, dennoch fühlte sich bereits damals im falschen Körper gefangen.

Am Tag nach ihrem Sieg im Jahr 1976 habe sie sich nackt vor einem Spiegel in ihrem Hotelzimmer gestellt und sich gefragt, was sie nun eigentlich machen solle? Ihr Körper habe sie angeekelt, erinnert sich Jenner im Interview mit "Sport Illustrated". "Ich war groß und dick und männlich. Der Rest der Welt dachte, es sei der Körper eines griechischen Gottes. Ich hasste es. Aber es war das, was mir gegeben wurde, also versuchte ich, das Beste daraus zu machen", so Jenner weiter. Sie hatte bereits Ende der 80er Jahre darüber nachgedacht, ihren Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung publik zu machen.

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"Ich liebe Bruce immer noch"

"Ich dachte, ich mache das, ehe ich 40 Jahre alt bin. Aber ich hatte meine Probleme damit. (...) Es war einfach nicht der richtige Zeitpunkt", versucht die 66-Jährige ihre Gefühlswelt von damals zu erklären. Im Herbst 2014 sei dann schließlich der richtige Zeitpunkt gekommen. "Ich konnte mich einfach nicht mehr selbst belügen", resümiert Jenner, die sechs Kinder von drei verschiedenen Frauen hat. Im Inneren sei sie stets weiblich gewesen, aber keineswegs ein verweichlichter Mann. So habe sie sich leicht in der männlichen Welt verstecken können. "Mein Leben war Ablenkung nach Ablenkung nach Ablenkung", schildert sie weiter.

Als männlicher Macho habe sie versucht, sich selbst zu überzeugen, dass diese Frau nicht wirklich in ihr lebe. Aber das habe eben nicht geklappt. Sie habe die Gender-Problematik stets unterdrückt. Dennoch liebe sie ihr Alter Ego Bruce. Er stehe für harte Arbeit und Hingabe. Sie sei sehr stolz auf diesen Teil ihres Lebens. Jenner gibt aber auch zu: "In den letzten zwölf Monaten war ich glücklicher als jemals zuvor in meinem Leben."