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Was ein Kunde auf dem Barcode seiner Bierflasche entdeckte, sorgt im Netz für einen Wutrausch

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BIER LAMMSBRU
Eine ganz normale Bierflasche? Denkste. | Facebook/Sascha Adelbar
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Facebook-Nutzer Sascha wollte sich in der vergangenen Woche einfach nur ein Bier im Supermarkt holen. Er entschied sich für ein Radler der bayerischen Brauerei Neumarkter Lammsbräu.

Als er auf dem Weg zur Kasse war, stach ihm etwas ins Auge: Der Bardcode, eigentlich nur bestehend aus mehreren vertikal verlaufenden Strichen, war von einem horizontalen Strick gekreuzt.

Kunde fragt: "Was soll der Querstrich im Barcode?"

Da Sascha das Bier offenkundig mag, ließ er sich von dem dünnen schwarzen Strich nicht abhalten. Dennoch gab ihm die äußerliche Veränderung seines Radlers zu grübeln. Er schrieb auf Facebook an die Brauerei:

"Hallo Lammsbräu, ich bin ein großer Fan eurer Produkte und was ich schon immer mal fragen wollte: was soll der Querstrich im Barcode? Sowas habe ich bei anderen Produkten bisher noch nicht bemerkt?"

Brauerei sagt: "Manche Menschen haben Sorgen"

Er bekam einen Tag später von der Brauerei folgende Antwort:

"Manche Menschen haben Sorge, Barcodes könnten Energien bündeln und würden damit die Qualität von Nahrungsmitteln beeinflussen", schreibt Neumarkter Lammsbräu. Und weiter: "Eine Wirkung, die sich deren Meinung nach durch einen Querstrich im Barcode neutralisieren lässt."

Arbeiten bei der Brauerei Verschwörungstheoretiker? Scheinbar nicht. Denn Lammsbräu räumt auch ein, dass beides bisher "wissenschaftlich nicht hinreichend belegt sei", weshalb die Brauerei "dieser Theorie neutral gegenübersteht".

Der Barcode sei ein Kundenwunsch, dem das Unternehmen nachgekommen sei.

Zeitschrift meint: "Bioenergetische Toxizität des Strichcodes"

Und in der Tat: Manche Konsumenten glauben, dass Barcodes Strahlung verstärken und somit der Gesundheit schaden.

Die kleinen Balken – angeordnet in Reih und Glied – geben der Theorie der verschworenen Gemeinschaft nach die Strahlung und Energie an die Speisen und Getränke weiter.

Erschwerend hinzu käme noch der Laserscanner an der Kasse, der das Barcode-Unheil vollende. In der Zeitrschrift "Raum & Zeit" wurde bereits 2000 davor gewarnt, die Scanner an der Kasse aktivierten die "bioenergetische Toxizität des Strichcodes". Die "FAZ" berichtete darüber.

Die Wirkungen sind, wie auch die Brauerei schreibt, wissenschaftlich nicht erwiesen.

Netz spottet: "Ausgemachter Unfug!"

Trotz oder wegen dieser Erklärung erntet die Brauerei im Netz einen Shitstorm. Ein Nutzer ist fassungslos:

Ein anderer sieht es gar nicht für nötig, dass die Brauerei sich dafür rechtfertige. Geht es nach ihm, ist allein die Entscheidung, dass der Querstrich auf der Flasche landete, purer Unsinn:

Zynisch machen sich andere User über die Aktion lustig. Einer geht den Irrglauben der Verschwörungstheoretiker an:

Und was macht man eigentlich bei Querstrich-Intoleranz? Es kann nur eine Antwort geben, mein Nutzer Kai:

Mit diesem Shitstorm hatte die Brauerei wohl nicht gerechnet – oder doch? Ein Shitstorm ist ja nicht unbedingt schlecht. Schon gar nicht, wenn das Bier gleich bleibt, sich die Aufmerksamkeit für das Produkt im Netz aber durch den Querstrich massiv steigert.

Womöglich handelt es sich um eine ausgeklügelte PR-Aktion. Auf ihrer Homepage schreibt die Brauerei: "Unsere Philosophie: Höchste Bio-Qualität, die Achtung vor Mensch und Natur sowie ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften."

Und zur Achtung des Menschen gehört es natürlich auch, die Interessen von Esoterikern, Naturheilkundlern und Vertretern alternativer Genussmethoden zu respektieren. Prost!

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