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Wegen dieses Posters wird dem Roten Kreuz Rassismus vorgeworfen

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SCHWIMMREGELN
Das Rote Kreuz entschuldigt sich für „super-rassistisches Plakat zur Sicherheit an Schwimmbecken". | Twitter/ John Sawyer
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Das amerikanische Rote Kreuz musste sich offiziell entschuldigen, nachdem eines seiner Plakate zu richtigem und sicherem Verhalten an Schwimmbecken in den sozialen Netzwerken als rassistisch bezeichnet wurde.


Das Poster soll Kindern verdeutlichen
, wie man die Regeln an einem Schwimmbecken befolgt. Anscheinend aber benehmen sich nur die weißen Kinder auf dem Plakat „cool“, während die farbigen Kinder sich „uncool“ verhalten - eines dieser Kinder schubst zum Beispiel ein anderes Kind ins Wasser.

Das Rote Kreuz entschuldigt sich öffentlich

„Das amerikanische Rote Kreuz kann die Bedenken verstehen, die bezüglich eines unserer Plakate zur Schwimmbadsicherheit geäußert wurden“, so die Organisation in der Entschuldigung, die am Montag veröffentlicht wurde. „Wir entschuldigen uns für jegliche Missverständnisse, es lag absolut nicht in unserer Absicht, jemanden zu verletzen.“

Margaret Sawyer entdeckte das Poster an einem Pool in dem US-Bundesstaat Colorado und bat darum, es entfernen zu lassen. „Ich sah das Poster und dachte mir, dass hier schon versucht wurde, zu zeigen, dass alle Kinder viel Spaß zusammen haben könnten, aber der Schuss ging nach hinten los“, so Sawyer gegenüber dem TV-Sender "KUSA".

Das Rote Kreuz hat inzwischen die Produktion dieser Plakate eingestellt und sie von ihrer Webseite und aus ihrer Schwimm-App entfernt. Außerdem baten sie darum, dass die Poster auch aus allen Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen entfernt werden sollten.

Reicht eine Entschuldigung aus?

„Als eine der ältesten Hilfsorganisationen des Landes haben wir uns in unserer täglichen Arbeit auch der Diversität und der Inklusion verschrieben“, so das Rote Kreuz in seiner Entschuldigung.

Dennoch ist Ebony Rosemund, Gründerin der Online- Informationsplattform "Black Kids Swim", der Meinung, dass die offizielle Erklärung nicht ausreicht.

Rosemund sagte der Washington Post, dass Afro-Amerikaner lange Diskriminierungen an Pools und Stränden ausgesetzt waren. Sie fügte noch hinzu, dass es in schwarzen Gemeinden kaum große Pools zum Schwimmen gäbe. Plakate wie die des Roten Kreuzes könnten junge schwarze Menschen vom Schwimmen in öffentlichen Bädern abhalten, so berichtete es Rosemund der Washington Post.

Das Poster vermittelt das falsche Bild

„Zusammen mit dem Mangel an Bildern, die Afro-Amerikaner als exzellente Schwimmer zeigen, lässt dieses Plakat nicht gerade ein Willkommensgefühl aufkommen. Viel mehr vermittelt es einem schwarzen Kind das Gefühl, dass es hier nicht willkommen sei“, so Rosemund gegenüber der Washington Post.

„Wir möchten noch einmal betonen, dass die Entschuldigung unzureichend ist“, fügte Rosemund hinzu. "Die Art und Weise, wie Infomaterial produziert wird, sollte außerdem noch einmal genau überprüft werden. Das Rote Kreuz sollte bei der Entfernung der Plakate wirklich sehr gewissenhaft vorgehen.“

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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Kindern helfen

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(lm)