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"Total blauäugig": Schon jetzt gibt es Zoff um Merkels Brexit-Pläne

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MERKEL
Und noch eine Krise für Merkel - der Brexit ist da | Bloomberg via Getty Images
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  • Merkels Brexit-Strategie stößt auf massive Kritik bei der SPD
  • Die Sozialdemokraten haben den Umgang der Kanzlerin mit dem anstehenden Brexit für "total blauäugig"

In der Koalition gibt es offenbar einen handfesten Streit um den richtigen Umgang mit dem britischen EU-Austrittwunsch. Das berichtet "Spiegel Online".

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, dass man "keine Hängepartie" wolle. Aber er sagte auch: "Wenn die Regierung noch eine überschaubare Zeit braucht, akzeptieren wir das."

Großbritannien werde "vermutlich irgendwann im Herbst eine neue britische Regierung haben". Und dann werde "es wahrscheinlich diese Regierung sein, die entsprechende Schritte in Europa vorträgt", zitiert ihn Spiegel Online.

SPD: "Total blauäugig"

Der erste Regierungssprecher steht für den Kurs Merkels. Doch die CDU-Kanzlerin stößt auf erbitterte Kritik des Koalitionspartners. "Total blauäugig" sei diese Haltung, heißt es "Spiegel Online" zufolge in führenden SPD-Kreisen.

Man sei entsetzt über Merkels Sichtweise. Die Rede ist von einem "Riesenproblem", auf das man hinsteuere.

Auch für SPD-Chef Sigmar Gabriel ist klar: "Das Brexit-Referendum hat Großbritannien gespalten", sagt Gabriel. "Damit der Brexit nicht auch Europa spaltet, müssen die Staats- und Regierungschef jetzt schnell für Klarheit sorgen."

Italien soll in erste Reihe der EU aufrücken

Derweil empfing Kanzlerin Merkel gestern Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Premier Matteo Renzi und EU-Ratspräsident Donald Tusk. Wie "Bild" berichtet, rückt Italien aus der bislang zweiten Reihe auf, nimmt den Platz der Briten ein. Der Zeitung zufolge wollen die großen Mitgliedstaaten in der Euro-Krise das Kommando übernehmen.

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(bp)