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Mel Brooks wird 90: Neun Fakten aus dem Leben des Klamauk-Meisters

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Mel Brooks kann mit seinen 90 Jahren auf eine legendäre Show-Karriere zurückblicken

Eine Comedy-Legende feiert Geburtstag: Mel Brooks wird stolze 90 Jahre alt! In Deutschland ist er vor allem für seine Kinofilme wie "Frankenstein Junior", "Spaceballs" und "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen" bekannt. Tatsächlich feierte Brooks in seiner langen Karriere in so gut wie jedem Zweig der Unterhaltungsbranche Erfolge. Neun Fakten über den Meister des respektlosen Geblödels:

Seine Wurzeln

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Mel Brooks wurde unter dem Namen Melvin James Kaminsky am 28. Juni 1926 als jüngster von vier Brüdern in eine jüdische Familie in Brooklyn geboren. Die Familie seines Vaters James stammte aus Danzig, die von Mutter Kate aus Kiew. Vater Kaminsky starb im Alter von 34 an einer Nierenerkrankung, der kleine Melvin war damals erst zwei Jahre alt. Den frühen Verlust des Vaters nannte Brooks später wegweisend: "Ich bin deswegen wütend auf Gott oder die Welt. Und in meiner Comedy basiert sicher vieles auf Wut und Feindseligkeit. Da ich in Williamsburg aufgewachsen bin, habe ich gelernt, diese Gefühle mit Comedy zu kaschieren, um mir Ärger zu ersparen - wie zum Beispiel einen Schlag ins Gesicht."

Frühe Musik-Karriere

Kaminsky landete früh im Showgeschäft, allerdings mit einem ganz anderen Job. Ein gutes Timing war hierbei jedoch mindestens genauso wichtig wie in der Comedy: Bereits mit 14 Jahren lernte er von dem legendären Jazz-Drummer Buddy Rich (1917-1987) das Schlagzeugspielen und verdiente sein erstes Geld mit Auftritten.

Mel Brooks und der Krieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kaminsky nach einem Jahr des Psychologiestudiums in ein College-Sonderprogramm der US Army rekrutiert. Als Pionier entschärfte Corporal Kaminsky dann auf den Schlachtfeldern Europas Landminen. Ob er da gelernt hat, sich unerschrocken auch an explosive Themen heranzuwagen? Auf jeden Fall hatte er nach seinen erschütternden Erfahrungen an der Front auch für den Krieg nichts als Spott übrig.

Der Grund für den Namenswechsel

Nach dem Krieg arbeitet Kaminsky als Schlagzeuger und Pianist im sogenannten "Borscht Belt", einer Ansammlung jüdisch geprägter Freizeitresorts in den Catskill Mountains nördlich von New York. Da auch ein Trompeter namens Max Kaminsky durch diese Lokale tingelte, nahm er zur Vermeidung von Verwechslungen den Künstlernamen Brooks an. Dieser leitete sich vom Mädchennamen seiner Mutter, Brookman, ab.

Von der Krankenvertretung zum Comedy-Star

Brooks' komödiantisches Talent kam durch einen Zufall ans Licht: Als in einem Nachtclub des "Borscht Belt" eines Abends der feste Stand-up-Comedian des Lokals krankheitsbedingt ausfiel, sprang Musiker Brooks kurzerhand ein. Es war der Startschuss einer Ausnahme-Karriere, die Brooks in zahlreichen Eigenschaften vor und hinter den Kulissen ins Radio, ins Fernsehen, nach Hollywood und an den Broadway führte.

Rekordverdächtige Award-Sammlung

Brooks gehört zum erlesenen Kreis der EGOT-Preisträger: Er ist einer von nur zwölf Künstlern, die mit Emmy, Grammy, Oscar und Tony Award jeden der wichtigen Preise der US-Entertainment-Branche im Schrank stehen haben. Seinen Oscar gewann Brooks bereits 1968 für das Drehbuch von "Frühling für Hitler". 2001 schloss sich der Kreis und er machte mit drei Tonys für das Musical-Remake des Films die EGOT-Sammlung voll. Dazwischen gab es drei Emmys für Gastauftritte in der Serie "Verrückt nach Dir" und drei Grammys für das Comedy-Album "The 2000 Year Old Man In The Year 2000" sowie die Video- und CD-Fassungen von "Frühling für Hitler".

Seine große Liebe

Der Komiker war zwei Mal verheiratet: 1953 heiratete er Florence Baum, mit der er drei Kinder hat. 1962 ließen sich die beiden scheiden. 1964 folgte Ehe Nummer zwei mit der Schauspielerin Anne Bancroft ("Der Elefantenmensch"), die er an einem TV-Set kennengelernt hatte. "Mel hatte eine tödliche Waffe: Ich habe mich wegen ihm zu Tode gelacht. Ich habe mich sofort in ihn verliebt", erinnerte sich Bancroft in einer Brooks-Biografie. Die Ehe hatte bis zu ihrem Krebstod im Jahr 2005 Bestand und galt als eine der glücklichsten in der Entertainment-Branche. 1972 kam der gemeinsame Sohn Max Brooks auf die Welt.

Sein Sohn, der Zombie-Experte

Brooks' jüngster Sohn Max trat als Drehbuchautor und Schriftsteller in die Fußstapfen des Vaters. Sein Spezialgebiet: Zombies. Den Untoten widmete unter anderem den "Zombie Survival Guide" und natürlich "World War Z" (auf Deutsch "Operation Zombie"). Leider traute er sich nicht zu, das Drehbuch für die Filmversion zu schreiben. So hat der Blockbuster "World War Z" mit Brad Pitt nur wenig mit der Vorlage gemein. Max Brooks selbst bezeichnete den Streifen dann auch als "aufregenden Sommerblockbuster, der nur zufällig denselben Titel wie das Buch trug."

Rückzug nach "Dracula"-Flop

Der letzte "pure" Brooks-Film, bei dem der Allrounder als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Darsteller wirkte, war "Dracula - Tot aber glücklich" im Jahr 1995. Obwohl die Gruselklamotte mit Leslie Nielsen (1926-2010) als Dracula und Brooks als Van Helsing das Gipfeltreffen zweier Blödel-Ikonen darstellte, konnte sie nicht mit Brooks früheren Werken mithalten und blieb auch an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurück. Brooks tritt seitdem etwas kürzer, spielt gelegentlich Gastrollen - oft als Sprecher in Trickfilmen - und kümmert sich um die Zweitverwertung seiner Klassiker wie die Musicals zu "Frühling für Hitler" und "Frankenstein Junior". Nach dem Erscheinen der neuen "Star Wars"-Episode "Das Erwachen der Macht" ließ Brooks jedoch aufhorchen, indem er eine Fortsetzung seiner Kult-Parodie "Spaceballs" ankündigte. Bisher deutet alles darauf hin, dass er es damit ernst meint - wir bleiben gespannt!