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Wenn Eltern diese Eigenschaft haben, laufen ihre Kinder Gefahr, Depressionen zu entwickeln

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DEPRESSION KIDS
Wenn Eltern diese Eigenschaft haben, laufen ihre Kinder Gefahr, Depressionen zu entwickeln. | Malin Holm via Getty Images
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Schon der Alltag eines Grundschulkindes kann sehr belastend sein. Besonders, wenn zusätzlich noch der Leistungsdruck und Perfektionismus der Eltern auf den Kindern lastet.

Eine Studie der Fakultät für Psychologie der National University of Singapore legt nahe, dass Grundschulkinder verstärkt unter Depressionen und Angststörungen leiden, die aufgrund von Druck aus dem Elternhaus entstehen.

Perfektionistische Eltern lassen keine Fehler zu

„Wenn Eltern unrealistisch hohe Erwartungen an die Kinder haben, kann das Kind das Gefühl bekommen, dass es nie gut genug ist“, sagte Professor Ryan Hong, der an der Studie beteiligt war der lokalen Zeitung "The Straits Times". 263 Grundschulkinder nahmen über fünf Jahre hinweg an der Studie teil.

Zu Beginn der Studie sollten Kinder ein Puzzle innerhalb einer bestimmten Zeit lösen. Das jeweilige Elternteil, das ebenfalls an der Studie teilnahm, durfte dem Kind helfen, wenn es der Meinung war, dass sein Kind das Puzzle in der angegebenen Zeit nicht lösen könne. So wurde getestet, inwieweit die Eltern ihre Kinder die Probleme selber lösen lassen.

Perfektionistische Eltern übernahmen relativ schnell die Problemlösung und das Kind zog sich aufgrund dessen zurück. In den folgenden Jahren wurden die Kinder im Alter von acht, neun und elf Jahren auf Symptome von Depressionen und Angststörungen untersucht. Die Kinder von Eltern mit perfektionistischen Ansprüchen zeigten deutlich verstärkte Anzeichen von Depressionen. So waren 60 Prozent der Kinder sehr selbstkritisch und 79 Prozent waren der Meinung, dass sie den Ansprüchen nicht gerecht werden. Diese Haltung sind erste Anzeichen für Depressionen und Angststörungen.

Kinder perfektionistischer Eltern neigen zu starker Selbstkritik

Das Fazit der Studie: Kinder neigen zu starker Selbstkritik und haben einen hohen Erwartungsdruck an sich selbst, wenn die Eltern sehr perfektionistisch sind und selbst kleinere Fehler nicht zulassen. "Im Laufe der Zeit kann die daraus resultierende hohe Selbstkritik der Kinder zu Depressionen, Angststörungen oder in sehr schweren Fällen zu Selbstmord führen", sagt Professor Hong.

Eine neue Erkenntnis der Studie ist, dass diese Entwicklung von Depressionsrisiken bei Kindern im Grundschulalter festgestellt wurde.

Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Anzeichen können eine melancholische Grundstimmung, Traurigkeit sowie Interessen- und Hoffnungslosigkeit sein. Auch körperliche Symptome wie Aggressionen und Unruhen können Symptome einer Depression sein.

Depressionssymptome werden oft nicht rechtzeitig erkannt

Die Deutsche Depressionshilfe hat die einzelnen Symptome präzise nach Altersgruppen aufgeteilt.

So können bei Ein- bis Dreijährigen ein ausdrucksarmes Gesicht, vermehrtes Weinen, gestörtes Essverhalten und Spielunlust Anzeichen einer Depression sein.

Bei drei- bis sechsjährigen Kindern sind typische Anzeichen ein geringes Interesse an motorischen Aktivitäten, innere Unruhe und Gereiztheit sowie eine auffällige Ängstlichkeit.

Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zeigen bei einer depressiven Erkrankung Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, Schulleistungsstörungen oder Zukunftsangst. Auch Suizidgedanken können formuliert werden.

Allgemein gilt: Wenn sich die altersbezogenen Symptome über mehrere Wochen hinziehen und sich der Zustand nicht normalisiert, sollte der Kinder- oder Hausarzt aufgesucht werden.

Kinder sollen Sachen ausprobieren können

Professor Hong, Leiter der Studie, gibt den Eltern folgenden Rat: "Kindern sollte ein Umfeld geboten werden, in dem sie lernen können. Ein Teil des Lernens beinhaltet, Fehler zu machen, denn daraus lernt man auch."

Eine 38 Jahre alte Mutter, die mit ihrem sechsjährigen Sohn an der Studie teilnahm, sagte der "The Straits Times": "Kinder sollten in der Lage sein, Sachen auszuprobieren, ohne Angst zu bekommen. Wenn sie scheitern, sollten sie die Möglichkeit haben, es noch einmal zu versuchen."

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

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(lm)