WIRTSCHAFT
28/06/2016 19:39 CEST | Aktualisiert 28/06/2016 21:41 CEST

Folgen für den Luftverkehr: Ryanair zieht eine drastische Konsequenz aus dem Brexit

Agencja Gazeta / Reuters
File photo of passangers leaving a Ryanair aircraft at Modlin airport near Warsaw, Poland June 26, 2014. Polish police acting on a tip-off from a hoax caller searched a Ryanair jet for an explosive device on July 25, 2015 but found nothing, police and the airline said. A spokesman for Warsaw police said a 48-year-old man had been detained after the hoax call was traced to his home. "This was an irresponsible prank," the spokesman, Mariusz Mrozek, told Polish broadcaster TVN24. Ryanair said the jet was on the tarmac at Warsaw's Modlin airport, waiting to board for a flight to Oslo, when the call came in. The airport was temporarily closed to incoming and outbound flights as a precaution. REUTERS/Franciszek Mazur/Agencja Gazeta THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. POLAND OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN POLAND.

  • Fluggesellschaften gelten als Hauptleidtragende des Brexit

  • Sie fürchten, dass Großbritannien bald aus dem gemeinsamen Luftverkehtsmarkt der EU fallen könnte

  • Ryanair trifft daher eine radikale Entscheidung

Teile der Wirtschaft spüren die Folgen des Brexit-Votums schon jetzt. Besonders hart trifft es viele Fluggesellschaften. Der Grund: Sie haben die Befürchtung, dass Großbritannien bald ganz aus dem Luftverkehrsmarkt der EU fallen könnte. Ryanair greift daher zu einer drastischen Maßnahme.

Der Billigflug-Anbieter will sich verstärkt auf Kontinentaleuropa konzentrieren. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass im kommenden Jahr auch nur eines der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien stationiert werde, sagte Firmenchef Michael O’Leary dem "Wall Street Journal" (Online-Ausgabe vom Montag). "Wir werden all unser Wachstum in die Europäische Union umleiten."

Unklar, ob Großbritannien aus dem Luftverkehrs-Binnenmarkt ausscheidet

Bisher hat die irische Ryanair einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert.

Fluggesellschaften gelten mit als Hauptleidtragende eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU. Der Luftfahrtverband IATA schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfund die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um drei bis fünf Prozent nach unten drückt.

Zudem ist unklar, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angehört. Die British-Airways-Mutter IAG und Ryanair-Rivale Easyjet haben bereits ihre Prognosen gesenkt, was die Aktien von Fluggesellschaften europaweit einknicken ließ.

"Die Wirtschaft in Großbritannien und in Europa wird ganz sicherlich einen Dämpfer erhalten", sagte O'Leary. Kurzfristig erwarte er aber nur einen geringen Einfluss auf die Buchungen in Großbritannien, zitierte ihn die Zeitung weiter. Die Fluggäste würden mit Rabatten gelockt werden, um die Maschinen zu füllen.

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