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Ein Brexit-Wähler entschuldigt sich beim Parlament - die Antwort ist knallhart

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BREXIT SUPPORTER
Ein Brexit-Unterstützer bei einem EM-Fußballspiel | Michael Regan - The FA via Getty Images
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  • Ein Brexit-Wähler entschuldigte sich in einer E-Mail an das britische Unterhaus
  • Er bereue seine Stimme für einen EU-Austritt, schreibt er
  • Die Antwort ist allerdings knallhart

Nach dem Sieg kam die Reue. Ein britischer Wähler, der beim Brexit-Referendum für den Austritt gestimmt hatte, hat sich beim britischen Unterhaus entschuldigt. In einer Rundmail an die Abgeordneten schrieb er, dass er er nur für "out" gestimmt hatte, weil er davon ausging, dass die Brexit-Gegner ohnehin gewinnen würden.

Hier seine bemerkenswerte E-Mail in Auszügen. Die gesamte Mail ist bei Huffington Post UK zu lesen.

"Liebe Verbleib-Abgeordnete,

ich wollte nie wirklich die EU verlassen aber habe trotzdem 'Raus' gewählt.

Ich hatte erwartet, dass Remain gewinnen würde. Ich dachte, die zehn Prozent der unentschlossenen Wähler würden den sicheren Status Quo wählen, da die einzige sinnvolle Option war, in der EU zu bleiben (Mir wird jetzt klar, dass es etwas irrational war, den anderen Weg zu wählen).

Ich hatte gehofft, dass meine Stimme dazu beitragen würde, die Mehrheit des Remain-Lagers zu schmälern.

Ich hatte gehofft, das würde die EU zum Nachdenken bringen und Reformen vorantreiben, zum Beispiel die Einmischung bei Gesetzen, mehr Konzentration auf Handel und weniger Vertiefung der Einheit.

Ich habe die Wählerschaft falsch eingeschätzt und bereue, was ich gewählt habe."

Die stellvertretende Vorsitzende des Unterhauses, Therese Coffey, machte sich die Mühe, eine Antwort zu schreiben. Sie ist eine EU-Befürworterin und Ihre Worte fielen knallhart aus. Die E-Mail liegt der Huffington Post UK vor.

"Bisschen spät, Kumpel.

Danke, dass du das Ganze so sorgfältig durchdacht hattest.

Wir werden jetzt das Beste aus deiner Wahl von letzter Woche machen, den Familien und Unternehmen in diesem Land zuliebe.

Tschüss dann."

Aua.

In den vergangen Tagen haben sich viele "Leave"-Wähler auf Twitter, Facebook oder in den Medien gemeldet, die plötzlich angaben, dass sie ihre Wahl bereuen. Der prominenteste von ihnen dürfte der ehemalige Chefredakteur der "Sun", Kelvin MacKenzie, sein.

Der Kolumnist gestand in einem Kommentar, dass er es bereut, sein Kreuz bei "Leave" gemacht zu haben: "Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe Angst vor dem, was vor uns liegt."

Bemerkenswert - die "Sun" ist eines der britischen Yellow-Press Blätter gewesen, die am aggressivsten für den Brexit warb.

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