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"Holy bloody motherfucking shit" – Martin Sonneborn analysiert im EU-Parlament den Brexit

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MARTIN SONNEBORN
Martin Sonneborn äußert sich gerne zum Thema Brexit. | Timur Emek via Getty Images
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"Holy bloody motherfucking shit" – so beginnt Martin Sonneborn, EU-Abgeordneter der Satire-Partei Die Partei, seine Rede im Europäischen Parlament.

Sonneborn analysiert, wie man es von ihm gewohnt ist, mit nüchternem und kritischem Blick die Faktenlage. Diesmal: Großbritannien und der Ausstieg aus der Europäischen Union.

"Wir haben Brexit. Wir haben Brexit, aber ist das wirklich so schlimm?" fragt Sonnerborn, um die Frage gleich zu beantworten. Seiner Ansicht ist es das nicht.

Ohne Briten kein "Rinderwahn und Klonschafe wie die Spice Girls"

Denn die Briten seien – im Gegensatz zu Napoleon, Hitler und Helmut Kohl – nie "mit dem Herzen" Europäer gewesen. Deshalb sei der Brexit eine logische Konsequenz: Zu der tektonischen Spaltung der Insel vom Kontinent komme eben nun noch die politische.

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Aber Sonneborn zeigt sich auch ein Stück weit resigniert. Er erinnert daran, was uns fehlen wird – nun, da die Briten weg sind: Europareisen britischer Jungmänner nach Marseille (er meint die Hooligan-Krawalle bei der EM), "Rinderwahn und Klonschafe wie die Spice Girls".

"Parlament sollte nur noch Deutsch sprechen"

Sonneborn stellt auch einen neuen Plan für die EU vor: Er möchte, dass ab sofort im Parlament nur noch Deutsch gesprochen wird. Dann würden die Parlamentarier endlich verstehen, was die Deutschen im Parlament wirklich zu sagen haben.

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Sonneborn, der sich durch seine nüchtern, fast schon gelangweilt vorgetragenen Provokationen einen Namen gemacht hat, hat sich schon am Freitag zum Brexit geäußert.

Am Tag nach dem Referendum sagte er im Interview mit dem TV-Sender Phoenix, dass er den Ausstieg der Briten begrüße.

Eine "Mauer um Europa zu bauen" sei nach Ansicht seiner Partei inzwischen mehrheitsfähig. "Wenn wir uns den Wohlstand nicht vom Neger wegfressen lassen wollen, müssen wir das tun", fügte Sonneborn gewohnt zynisch hinzu.

Sonneborn wurde für seine Serie "Sonneborn rettet die Welt" 2014 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Auf die Frage, ob er nicht nur die Welt retten könne, sondern auch die EU, entgegnete er: "Europa zu retten ist eine Nummer größer."

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