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EM-Sensation: Island macht den Brexit klar - Englands Trainer tritt zurück

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ISLAND EGGLAND
Der Isländische Torwart Hannes Thor Halldorsson feiert den Sieg über England | AP
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  • Dem isländischen Team gelang eine EM-Sensation
  • Die Außenseiter schossen das englische Team aus dem Rennen
  • Der englische Trainer verkündete sofort nach dem Spiel seinen Rücktritt

Es ist eine der größten Überraschungen der EM-Geschichte. Der Sensations-Neuling Island hat den Engländern den EM-Brexit verpasst. Mit dem 2:1 (2:1)-Sieg schossen die Isländer den enttäuschenden Favoriten am Montag aus dem Turnier.

Wayne Rooney brachte England vor 33.901 Zuschauern in Nizza bereits in der 4. Minute per Foulelfmeter in Führung. Doch Ragnar Sigurdsson (6.) und Kolbeinn Sightorsson (18.) schlugen innerhalb von nur zwölf Minuten zurück und bejubelten am Ende den größten Erfolg in Islands Fußball-Geschichte.

"Es ist der Glaube und die Power als Team, die uns stark machen. Das ist der größte Moment meiner Karriere. Unser Ziel war es, die Gruppenphase zu überstehen. Es ist einfach alles unglaublich", sagte Sigurdsson.

"Jetzt können wir auch Frankreich schlagen"

Am Sonntag will der Außenseiter im Final-Stadion von Saint-Denis nun auch den Titeltraum des EM-Gastgebers beenden. "Es ist wunderbar, Teil dieser Geschichte zu sein", erklärte Mittelfeldspieler Birkir Bjarnason.

"Jetzt können wir auch Frankreich schlagen."

ragnar sigurdsson
Islands Ragnar Sigurdsson im Zweikampf mit dem englischen Spieler Jamie Vardy

Zwei Jahre nach dem peinlichen Scheitern in der WM-Vorrunde erlebte Englands konsternierter Teamchef Roy Hodgson eine weitere Schmach und zog umgehend Konsequenzen. Der Weltmeister von 1966 muss weiter auf den ersten Sieg in der K.o.-Phase einer EM-Endrunde außerhalb des eigenen Landes warten.

Foul-Elfmeter brachte England in Führung

"Es tut mir leid, dass es so enden muss", sagte der 68-Jährige. "Es ist nun an der Zeit für jemand anderen, den Fortschritt dieser jungen, hungrigen und extrem talentierten Truppe zu verantworten."

In einer denkwürdigen Partie ging es sofort in die Vollen. Kein Abtasten, kein Zögern - Power-Fußball von Beginn an. England agierte wie schon in den ersten drei Turnierspielen im sehr offensiven 4-1-2-3-System und erwischte die Nordeuropäer kalt.

Eine schöne Flanke aus dem Halbfeld von Daniel Sturridge erreichte Raheem Sterling, der von Island-Keeper Hannes Thor Halldorsson im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Rooney verwandelte vom Elfmeterpunkt - es war sein 53. Treffer im 115. Länderspiel.

Ausgleich nach nur 80 Sekunden

An diesem Punkt sah es aus, als würde das Spiel enden, wie erwartet: mit einem Sieg der Engländer. Doch nur 80 Sekunden später jubelten die Isländer. Nach einem weiten Einwurf verlor Rooney das entscheidende Kopfballduell mit Kari Arnason, dessen Vorlage Sigurdsson aus Nahdistanz zum Ausgleich verwertete.

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Und es kam noch besser für den krassen Außenseiter. Bei einem der wenigen Vorstöße durfte der EM-Neuling vor dem Strafraum weitgehend ungestört kombinieren, Sightorsson machte das 2:1. Beim 14-Meter-Schuss des Frankreich-Legionärs vom FC Nantes leistete sich Joe Hart im Tor der Engländer allerdings einen dicken Patzer.

Der Rückstand wirkte wie ein Schock. Den einfallslosen Engländern fiel gegen die Defensive der Isländer, die teilweise mit neun Mann um den eigenen Strafraum verteidigten, nichts ein.

Lediglich nach einer knappen halben Stunde wurde es noch einmal gefährlich. Eine präzise Flanke von Sturridge nahm Harry Kane mit vollem Risiko, seinen Volleyschuss parierte Halldorsson aber glänzend.

Ansonsten wirkte das englische Spiel völlig erstarrt. Hilflos guckten sich Rooney & Co. auf der Suche nach Anspielstationen um. Trainer Roy Hodgson beobachtete das Ganze schweigend vor der englischen Bank stehend.

Hodgson vergrub immer das Gesicht in den Händen

In der Pause reagierte Hodgson dann doch: Für Eric Dier kam Jack Wilshere. Das Spiel seiner Mannschaft wurde dadurch aber kaum besser. Vielmehr standen die Isländer dicht vor dem dritten Treffer, als Ausgleichsschütze Sigurdsson mit einem Fallrückzieher aus fünf Metern an Hart scheiterte.

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Englands Trainer Hodgson verkündete nach dem Spiel seinen Rücktritt

Nach einer Stunde brachte Hodgson dann Jamie Vardy. Doch auch der Stürmer vom Meister Leicester City konnte die vielbeinige Island-Abwehr nicht aufmischen. Hodgson vergrub immer öfter das Gesicht in seinen Händen und wirkte am Ende wie alle Spieler völlig leer.

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