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Draxler zeigt, was sich Löw von Mario Götze gewünscht hätte

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DRAXLER
Julian Draxler feiert sein Tor im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei | PHILIPPE HUGUEN via Getty Images
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  • Julian Draxler ist bester DFB-Spieler gegen die Slowakei
  • Löw hatte ihn für Götze in die Startelf gebracht
  • Draxler könnte wichtiger Spieler bei der Euro 2016 werden

Die Wahl der Uefa war, ehrlich gesagt, keine große Überraschung: Julian Draxler ist “Man of the match”. Ein Tor, eine Torvorlage – der 22-Jährige lieferte beim EM-Achtelfinale Deutschland gegen die Slowakei seine beste Partie im DFB-Dress. Und viele gute Gründe, weshalb Mario Götze nun auch in der deutschen Nationalmannschaft vorerst keine größere Rolle spielen dürfte.

Draxler zeigte Götze, wie sich Jogi Löw einen Offensivspieler vorstellt!

"Diese Einwechslung hat sich bezahlt gemacht – auch wenn sie für Mario Götze sehr, sehr bitter war", meinte Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl als ZDF-Experte. "Julian Draxler hat ein Ausrufezeichen gemacht."

Warum? Aus diesen fünf Gründen:

1. Torgefahr

Mario Götze ließ gegen Nordirland – wie eigentlich alle Mitspieler – beste Chancen liegen. Das war größtenteils Pech, doch der Bayern-Spieler schaffte es auch sonst nicht bei diesem Turnier, auf sich aufmerksam zu machen. Draxler hingegen nutzte seine Chance gegen die Slowakei eiskalt. Bevor er technisch anspruchsvoll verwandelte, blies er die Wangen auf – und knallte den Ball rein.

"Wir wissen ja, was dieser Junge draufhat", lobte Mario Gomez, der von Draxlers Vorlage vorm 2:0 profitierte. "Er hat zwei brillante Zauberfüße. Ich freue mich sehr für ihn, dass er es endlich in Zählbares umgemünzt hat."

2. Physis

Es ist ja nicht so, als ob Götze nicht durchtrainiert wäre. Der 24-Jährige arbeitet hart an seinem Körper – und muss sich dennoch oft Kritik anhören, weil er etwas pausbäckig daherkommt. Fies, weil er mit seinen 1,76 Meter eher zu den kleinsten Spieler auf dem Feld gehört.

Draxler hingegen ist mit 1,87 Meter Körpergröße und ebenfalls viel rotem Muskelfleisch gesegnet, er kann es leichter gegen die gegnerischen Defensiv-”Ochsen” (O-Ton Mario Gomez) aufnehmen.

3. Dribbling

Jerome Boateng hatte nach dem Match gegen Polen (0:0) geschimpft: “Wir gewinnen vorne kein einziges Eins-gegen-eins-Duell!” Nun dürfte Draxler seinen Abwehrboss besänftigt haben.

Der Wolfsburger zog immer wieder mithilfe von Willen, Geschwindigkeit und blitzschnellen Übersteigern an seinen Gegenspielern vorbei und sorgte somit für die dringend benötigte Überzahl in der gefährlichen Zone. Aktionen, die man von Götze schon seit langem nicht mehr gesehen hat.

"Der Bundestrainer hat in seiner Ansprache an mich von mir verlangt, dass ich diese Eins-gegen-eins-Situationen suche”, verriet Draxler. “Er hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und mir gesagt, dass ich gut bin."

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4. Trainingseifer

Mario Götze gilt als Musterprofi, der sich auch nach Rückschlägen nie hängen lässt. Sein Trainingseifer ist vorbildlich. Und doch hat es Julian Draxler geschafft, den Bundestrainer in den Einheiten vor dem Achtelfinale mehr zu beeindrucken. Löw sagte, Draxlers sehr gute Leistung sei auch “auf sein sehr gutes Training” zurückzuführen. Der 22-Jährige gab sich nicht mit seiner Startelf-Nominierung zufrieden, sondern gab gegen die Slowakei Vollgas.

5. Selbstvertrauen

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Draxler hat nicht nur allen anderen gezeigt, zu welch genialer Leistung er imstande ist. Sondern auch sich selbst. In dieser Verfassung ist der Ex-Schalker in der Lage, das deutsche Spiel auf ein höheres Level zu heben und gefährliche Situationen zu kreieren.

Situationen, die Deutschland am Samstag im Viertelfinale gegen Italien oder Spanien (die beiden treffen am Montagabend aufeinander) vom “Man of the match” des Achtelfinals wieder dringend benötigt. Löw will sich natürlich nicht festlegen: "Nun bekommen wir einen völlig anderen Gegner. Warten wir's ab."

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