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Reporter fragt Leave-Politiker nach dem Brexit-Plan - seine Antwort sagt alles

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  • Ein britischer Fernsehreporter berichtet von einem überraschenden Hintergrundgespräch mit einem Leave-Politiker
  • Der soll ihm gestanden haben, dass es keinen Plan für die Zeit nach dem Brexit gebe
  • Alle Hintergründe erfahrt ihr im Video oben

Nach dem EU-Referendum rätseln die Briten, wie es mit ihrem Land nach einem Brexit weitergehen soll. Was ein britischer Fernsehreporter jetzt berichtet, ist alles andere als beruhigend.

Er berichtet von einem Hintergrundgespräch mit einem Politiker aus dem Brexit-Lager, das ihn sprachlos zurück ließ.

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Der Politik-Redakteur Faisal Islam des Senders "Sky News" erzählte in einer Fernsehsendung von einem Treffen mit einem Abgeordneten der Tories, der britischen Konservativen.

Er habe mit dem Brexit-Befürworter über die kommenden Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und der britischen Regierung über ein Verlassen der EU sprechen wollen.

Die irritierende Antwort: "Die Leave-Kampagne hat keinen Post-Brexit-Plan"

"Ich fragte ihn, wo ist der Plan? Können wir jetzt den Brexit-Plan sehen?", sagte Islam im Gespräch mit der Journalistin Anna Botting, ohne den Namen des Abgeordneten zu nennen.

Die Antwort schockte ihn. Der Politiker sagte: "Es gibt keinen Plan. Die Leave-Kampagne hat keinen Post-Brexit-Plan." Stattdessen soll der Brexit-Befürworter die Verantwortung auf David Cameron abgeschoben haben.

"Nummer 10 sollte einen Plan haben", sagte er. Downing Street Nummer zehn ist die Adresse des britischen Premierministers.

"Es hört sich so an, als würde ich das erfinden. Doch das ist mir tatsächlich vor zwei Stunden passiert", sagte Islam - und schwieg einen Moment ungläubig.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll"

"Daher - und das habe ich bereits gesagt - die Person mit dem am besten durchdachten Plan ist, wie in die letzten 48 Stunden bewiesen wurde, überraschenderweise Nicola Sturgeon, die erste Ministerin Schottlands.

Die Schottin bereitet gerade ein Referendum zu einer Unabhängigkeit des Nordens Großbritanniens vor. Der Grund ist, dass sich eine Mehrheit der Schotten wünscht, in der EU zu bleiben.

Nach einem weiteren Moment der Stille sagte seine Gesprächspartnerin. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll." Den meisten Briten dürfte es genauso gehen.

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(lk)