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Studie zeigt: Das passiert wirklich mit kleinen Jungen, die stereotypische Mädchenfilme schauen

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Eine neue Studie fand: Prinzessinnen als Vorbilder wirken sich positiv auf die Entwicklung von Jungen aus | Tutye via Getty Images
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Aschenputtel, Pocahontas und Rapunzel: Im Leben vieler kleiner Mädchen spielen Prinzessinnen eine wichtige Rolle. Doch auch Jungs interessieren sich für weibliche Vorbilder - wenn man sie nur lässt.

Eine aktuelle Studie der amerikanischen Brigham Young University zeigt nun, wie sich die sogenannte "Prinzessinnen-Kultur" – also Bücher, Filme, Puppen und Co., die sich um Prinzessinnen drehen – auf die Entwicklung von Jungen auswirkt.

Für die Studie untersuchte die Professorin Sarah Coyne, die auf Familien-Forschung spezialisiert ist, Verhaltensmuster von rund 200 Vorschulkindern über den Zeitraum von über einem Jahr.

Positiver Einfluss auf Jungen, negativer Einfluss auf Mädchen

Das Ergebnis sollte uns zu denken geben: Prinzessinnen wirken sich demnach positiv auf die Entwicklung von Jungen und negativ auf die Entwicklung von Mädchen aus.

Coynes Studie fand heraus, dass Jungen, die sich mit Prinzessinnen auseinandersetzten, mehr Selbstbewusstsein und ein positiveres Körpergefühl an den Tag legten.

Diese Gruppe war außerdem hilfsbereiter und empathischer als Jungen, die weniger mit der "Prinzessinnen-Kultur" am Hut hatten, behauptet die Studie.

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"Positiver Ausgleich zu hyper-maskulinen Rollenbildern"

In einem Statement auf der Website der Universität erklärte Coyne dieses Ergebnis damit, dass der Einfluss von weiblichen Vorbildern, wie Prinzessinnen, Jungen eine positiven Ausgleich zu hyper-maskulinen Rollenbildern bieten könnte, mit denen sie in den Medien konfrontiert werden.

Traurig, aber weniger überraschend sind die Erkenntnisse der Wissenschaftlerin zum Einfluss von Prinzessinnen auf Mädchen.

Die Studie fand heraus: Je mehr sich Mädchen mit Prinzessinnen-Figuren auseinandersetzten, desto mehr legten sie stereotypisch weibliches Verhalten an den Tag.

"Geringeres Selbstwertgefühl"

Das Problem dabei sei, dass sich das negativ auf das Selbstwertgefühl der Mädchen auswirke, erklärt Coyne.

"Diese Mädchen tendieren dazu zu glauben, dass sie nicht gut in Mathe und in Naturwissenschaften sind. Sie machen sich nicht gerne dreckig und probieren seltener neue Dinge aus", so die Wissenschaftlerin.

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Auch auf das Körperbild junger Mädchen scheinen Prinzessinnen negative Auswirkungen zu haben: Diejenigen Mädchen, die sich am meisten mit Prinzessinnen auseinandersetzten, wiesen das geringste Selbstwertgefühl auf.

"Einfluss beginnt im Alter von drei oder vier Jahren"

Gerade die populären Disney-Prinzessinnen würden ein dünnes Ideal repräsentieren, erklärt Coyne. "Als Frauen werden wir unser ganzes Leben lang damit konfrontiert, aber in Wahrheit fängt das schon mit den Disney-Prinzessinnen an, wenn wir drei oder vier Jahre alt sind".

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Deshalb müssten allerdings nicht gleich alle Prinzessinnen aus dem Leben kleiner Mädchen verbannt werden, meint Coyne. Es sei wichtig, nicht das Maß zu verlieren. "Prinzessinnen sollten nur einer von vielen, vielen Einflüssen sein", meint die Wissenschaftlerin.

Zudem sei es hilfreich, mit Kindern - egal ob Jungen oder Mädchen - über Geschlechterrollen in den Medien auf einem kindsgerechten Niveau zu sprechen. So könne ein negativer Einfluss reduziert werden, befand die Studie außerdem.


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