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Vorbild Großbritannien: Warum es immer wahrscheinlicher wird, dass Trump die US-Wahl gewinnt

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TRUMP
Donald Trump, presumptive Republican presidential nominee, gestures as he speaks to members of the media at Trump International Golf Links in Aberdeen, U.K, on Saturday, June 25, 2016. The grand re-opening of the golf course went on as scheduled as financial markets rattled into a panicked state of uncertainty following the EU referendum result. Photographer: Matthew Lloyd/Bloomberg via Getty Images | Bloomberg via Getty Images
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Großbritannien und die Vereinigten Staaten sind weder ein und dasselbe Land noch schlägt das gleiche politische Herz in ihrer Brust.

Aber die zwei Imperien – ein verblasstes und ein fortbestehendes – teilen eine jahrzehntelange Geschichte und eine gemeinsame imperiale Kultur.

Der Brexit sollte uns alle erschauern lassen

Beide Länder eint die "Bürde des Weißen Mannes" - um Rudyard Kipling zu zitieren (sie bedeutet, dass sie den Fortschritt in andere Länder tragen müssen). Dabei handelt es sich um ein privilegiertes Erbe und eine unantastbare Identität.

Vor diesem Hintergrund kann die Entscheidung der Briten zu Gunsten des Brexit auch als Ausdruck eines wütenden Trotzes verstanden werden. Eines Trotzes gegen den Abstieg als Weltmacht.

Die Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen, sollte alle erschaudern lassen, die Donald Trump für einen xenophoben, rassistischen Nationalisten halten, der keine Chance auf das Präsidentenamt hat. Die Brexit-Entscheidung zeigt, dass er diese Chance sehr wohl hat.

Landbewohner stimmten für den Brexit

Vor allem Menschen in ländlichen, traditionell geprägten Orten haben für den Brexit gestimmt. Eben jene, die von Einwanderung oder Globalisierung am wenigsten betroffen sind.

Das Brexit-Lager hat auch in Wales gewonnen, das die Heimat von vielen der ältesten Religionen und Traditionen Großbritanniens ist.

Wales und das ländliche England waren die Ausgangsorte für Oliver Cromwells Angriffe auf den kontinentaleuropäisch orientierten (sprich katholischen) König des 17. Jahrhunderts - und genau diese Gebiete begehrten auch jetzt wieder auf und besannen sich auf ihre Wurzeln.

Die Parallele zur USA ist offensichtlich

Die Parallele zu den USA ist offensichtlich – und beängstigend für diejenigen, die glauben, dass Trump niemals seinen Weg ins Weiße Haus finden wird.

Trump profitiert von derselben Ablehnung der Globalisierung, die auch Leuten wie Boris Johnson und Nigel Farage im Vereinigten Königreich Erfolg beschert hat.

Es ist auch eine Ablehnung der Einwanderung, des internationalen Handels durch große Konzerne und eine Skepsis gegenüber Muslimen, die es ablehnen, für den internationalen Terror verantwortlich gemacht zu werden. Es ist auch eine Ablehnung gegenüber Intellektuellen.

Trotz des weißen Amerikas

Begeisterung für Trump gibt es nicht nur in den traditionell republikanischen Staaten im Süden oder in den Gebirgsstaaten, sondern potentiell auch in Bundesstaaten wie Pennsylvania – auch dort ist der Bevölkerungsanteil von Einwanderern vergleichsweise gering und es existiert eine starke Bindung zu den Traditionen.

Diese Traditionen sind auch in den USA britisch. Zwar haben die Amerikaner gegen diese Traditionen rebelliert, am Ende haben sie diese aber trotzdem übernommen.

Passend zum Thema: Boris Johnson - dieser Irre könnte bald die Briten regieren

Bei Trump handelt es sich - wie gesagt - um einen wütenden Schrei des Trotzes des weißen Amerika – verheiratet, traditionell, kommerziell – gegenüber einem multikulturellen und globalisierten Land.

Wird Amerika in die Schreie Englands und Wales miteinstimmen?

Nicht verwunderlich war, dass sich Trump für den Brexit ausgesprochen hat. Nicht verwunderlich war auch, dass Johnson und Farage einige nette Dinge über Trump zu sagen hatten, während der mittlerweile gedemütigte Premierminister David Cameron schwieg.

Schottland, das dafür stimmte, Teil Europas zu bleiben, wird nun versuchen, das Vereinigte Königreich zu verlassen, und schottische Politiker, die Trump für seine Investitionen in ein Hotelprojekt im Land verehrten, verachten ihn mittlerweile.

Die "Bürde des Weißen Mannes" hat in Großbritannien sowie in den USA eine neue Bedeutung gefunden. Es ist nun die Bürde, der Geschichte zu trotzen, die sich in die Richtung einer multikulturellen, multiglobalen Identität entwickelt.

Es scheint zunehmend wahrscheinlicher, dass die US-Wähler sich im Herbst dazu entscheiden könnten, in die Schreie Englands und Wales miteinzustimmen.

Dieser Text erschien im Original auf Huffington Post USA und wurde von Virginia V. Hartmann aus dem Englischen übersetzt.


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