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Anspielung auf Vergewaltigungsfall Lohfink? Wiesenhof erntet Shitstorm für Clip mit Atze Schröder

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LOHFINK
Atze Schröder macht zweideutige Aussagen im Wiesenhof-Clip. | dpa
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"Seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist dat Dingen. Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Traumatherapie." Diesen Satz sagt Comedian Atze Schröder in einem Werbeclip aus dem März für den Geflügelfleisch-Hersteller Wiesenhof.

Jetzt sorgt der Clip für hitzige Diskussionen im Netz. Denn Atze Schröder hält in dem Moment, in dem er den Satz sagt, eine überdimensionierte Bratwurst in die Kamera. Der Clip wurde mittlerweile auf Youtube auf "privat" gestellt.

Obwohl Wiesenhof nicht möchte, dass ihr es seht: Hier ist das Skandal-Video, in dem Atze Schröder Gina-Lisa verhöhnt

Hunderte User fragen sich derzeit: Handelt es sich bei der Wahl der Namen "Gina" und "Lisa" um einen Zufall oder sollen diese auf das Model Gina-Lisa Lohfink hindeuten, das sich als Opfer einer Vergewaltigung sieht?

Beantworten lässt sich diese Frage derzeit nicht. Wiesenhof war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Gina-Lisa Lohfink steht Montag vor Gericht

Angesichts der aktuellen Lage der 29-Jährigen wäre dies ein Skandal. Die ehemalige "Germany's next Topmodel"-Kandidatin steht am Montag vor Gericht, im Prozess geht es um eine mutmaßliche Vergewaltigung nach einer Partynacht.

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Der Hintergrund:

Lohfink erstattete 2012 gegen zwei Männer Anzeige, mit denen sie Sex hatte. Diese nahmen das Geschehen auf Kamera auf und stellten das Video ins Internet. Auf dem Video ist immer wieder zu hören, wie Lohfink "Hör auf!" sagt.

In den Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht der Vergewaltigung laut Gericht nicht. Das Model kassiert daraufhin im Januar 2016 einen Strafbehelf von 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung. Diesen lehnte sie ab, jetzt läuft der Prozess.

Fall beschäftigt Politik, Gesellschaft und Medien

Zum Thema: Fall Gina-Lisa Lohfink: Politiker stärken Model den Rücken

Auch in den Sozialen Netzwerken ist der Fall seit Wochen ein Thema: Der Hashtag #TeamGinaLisa löste eine Welle der Solidarität für das Model aus. Medien bezeichneten Lohfink zum Teil als Opfer von Sexismus, dem nicht geglaubt werde.

Netz ist empört über Wiesenhof-Clip

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Vergewaltigung bricht nun im Netz ein Shitstorm gegen Wiesenhof los. Viele User meinen, dass die zufällige Auswahl der Namen Gina und Lisa ausgeschlossen ist.

Das Video, in dem Schröder für die Grillwurst "Bruzzzler" wirbt, wurde seit der Veröffentlichung am 30. März 2016 über eineinhalb Millionen Mal geklickt.

Mittlerweile wird auch zur Beschwerde beim Werberat wegen des Clips aufgerufen:

UPDATE: Mittlerweile hat sich auch Atze Schröder zu Wort gemeldet. Auf Facebook schreibt er: "Der Werbespot ist vor einem Jahr gedreht worden und hätte niemals veröffentlicht werden dürfen. Schon gar nicht jetzt, wo er einen Bezug herstellt, der ekelhaft ist und so nie gedacht war... Ich entschuldige mich dafür." Schröder nennt den Clip "eine große Dummheit".

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