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Nach dem Brexit: Das hat Schäuble jetzt mit den Briten vor

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SCHAUEBLE
German Finance Minister Wolfgang Schaeuble speaks during the budget debate in the Bundestag, the lower house of parliament, in Berlin September 9, 2014. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: POLITICS BUSINESS) | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Schon am Tag nach dem Brexit-Entschluss hat Schäuble einen Plan verkündet, wie Deutschland nun mit den Briten umgehen will
  • Das Bundesfinanzministerium will Großbritannien "assoziierten Partnerland“ der Europäischen Union (EU) machen

Die Beziehung zwischen Großbritannien und den übrig gebliebenen EU-Ländern wird sich drastisch verändern, jetzt da die Briten nicht mehr dazugehören wollen. Auch Deutschland wird für sich selbst Konsequenzen ziehen.

Das Bundesfinanzministerium will Großbritannien zu einem "assoziierten Partnerland“ der Europäischen Union (EU) machen. Das schlagen Schäubles Beamte laut einem Bericht der "Welt" in einem internen Strategiepapier mit dem Titel "Deutsche Strategie bezüglich Brexit“ vor.

Demnach soll die Bundesregierung Großbritannien in Abstimmung mit der EU "konstruktive Austrittsverhandlungen anbieten". Am Ende der Austrittsverhandlungen soll das Vereinigte Königreich ein "assoziiertes Partnerland“ der EU sein, heißt es.

Bundesregierung fordert "Nachahmungstendenzen"

Allerdings wollen Schäubles Beamte Großbritannien keine zu großen Vorteile gewähren: Es dürfe keinen "Automatismus beim Zugang zum EU-Binnenmarkt" geben. Sonst würden andere EU-Staaten denselben Weg einschlagen wie Großbritannien.

"Nachahmungstendenzen" fürchtet die Bundesregierung in Frankreich, Österreich, Finnland, den Niederlanden und Ungarn.

Schäubles Beamte erwarten demnach "schwierige Scheidungsverhandlungen“. So gehe es um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Investitionsbank (EIB), um das Thema EU-Haushalt und die Frage, ob London 2017 noch wie geplant die EU-Präsidentschaft übernehmen könne.

Auch stellt sich die Frage, wie der künftige EU-Haushalt finanziert werden soll. Durch den Austritt Großbritanniens könne sich der deutsche Beitrag um drei Milliarden Euro jährlich erhöhen, rechnen Schäubles Beamte vor.

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