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Gekaufte Studien: Das Märchen vom wertvollen Frühstück

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BREAKFAST
Frückstücken oder nicht? Darum streiten sich Forscher seit Jahren | mediaphotos via Getty Images
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  • Ist Frühstücken tatsächlich ein Muss?
  • Aktuelle Analysen entkräften diese bisher allgemein gültige Annahme

Ohne Frühstück aus dem Haus? Total ungesund! Schlecht für die Figur! Dachten wir bisher. Eine Reihe aktueller Studien scheint diese scheinbar allgemein gültigen Annahmen zu entkräften.

Jahrelang haben Lebensmittelfirmen behauptet, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit - und diese These mit wissenschaftlichen Studien scheinbar untermauert.

Doch diese Mauschelei ist nun aufgeflogen.

Fragwürdige Studienergebnisse

So verweist beispielsweise die Marke Kellog's auf eine Studie, die beweisen will, dass Menschen die regelmäßig frühstücken den günstigsten BMI hätten. Das Problem: Wie Recherchen der Zeitung "Welt" zeigen, hat die Marke diese Studie selbst finanziert.

Wie fragwürdig die Ergebnisse vieler solcher Erhebungen tatsächlich sind, bestätigt nun auch eine aktuelle, unabhängige Analyse durch Gesundheitsforscher des US-Ernährungsministeriums, die in der wissenschaftlichen Zeitschrift “The American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlich wurden.

Das nüchterne Fazit der Autoren: "Es ist keinerlei Zusammenhang zwischen Frühstück und Gewichtsveränderungen und Gesundheitszustand nachzuweisen".

Kein Zusammenhang zwischen Frühstück und Gewichtszunahme

Zum gleichen Ergebnis kamen Forscher der amerikanischenUniversity of Alabama bereits im Jahr 2014. Sie untersuchten 300 Probanden über einen Zeitraum von vier Monaten.

Ein Teil der Probanden sollte frühstücken, der andere sollte die erste Mahlzeit des Tages überspringen. Das Ergebnis: Keiner der Gruppen hatte mehr oder weniger abgenommen, als die andere.

Der Glaube an einen Zusammenhang zwischen Frühstück und Fettleibigkeit sei stärker als die wissenschaftlichen Nachweise, fand eine weitere Studie bereits 2013, die ebenfalls im "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht wurde.

Aufs Bauchgefühl vertrauen

Auch aus gesundheitlichen Gründen scheint ein positiver Effekt des Frühstücks wissenschaftlich schwer belegbar. "Unsere Blutzuckerwerte sind morgens hoch", sagte der Würzburger Ernährungswissenschaftler und Sportphysiologe Christoph Raschka im Interview mit der "Welt".

"Die Reserven reichen mindestens bis zum Mittag." Aus seiner Sicht spräche nichts dagegen, das Frühstück einfach auszulassen. Jeder Mensch sei anders. "Es gibt Eulen- und Lerchentypen. Nachtmenschen kriegen kein Frühstück runter, aber Frühaufsteher fühlen sich wohl damit. Beides ist in Ordnung", erklärte Raschka.

Auch James A. Betts, wissenschaftlicher Leiter einer aktuellen Studie der britischen University of Baths zum Thema Frühstück, rät dazu, grundsätzlich auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen.

"Wenn Sie morgens Hunger haben, dann essen Sie. Wenn Sie keinen Hunger haben - und das gilt vor allem, wenn Sie übergewichtig sind - sollten Sie nicht nur deshalb frühstücken, weil Sie denken, dass man grundsätzlich frühstücken muss", riet er im Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian".


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(cho)