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Johannes Strate: Darum hat er keinen Waschbrettbauch

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Revolverheld: Die Band um Johannes Strate (l.) ist derzeit auf

Auf ihrer "MTV Unplugged"-Tour statten Revolverheld ("Das kann uns keiner nehmen") stolzen 46 Städten einen Besuch ab. Nach einer einmonatigen Verschnaufpause tritt die Band um Johannes Strate (36) heute Abend in Baden-Baden auf. Im Interview sprechen der Sänger und sein Bandkollege Jakob Sinn (35) zum einen über das Tour-Leben und ihre Songs. Zum anderen lassen sie sich aber auch über das Älterwerden aus.

Was war die größte Herausforderung bei dieser Tour?

Wie Revolverheld und ihr Hit "Darf ich bitten" unplugged klingen, hören Sie auf Clipfish

Johannes Strate: Alle elektrischen Instrumente wegzulassen. Zudem haben wir uns selbst die Hürde auferlegt, Sachen neu zu arrangieren und nicht nur mit Akustik-Gitarren herunterzuspielen.

Was könnte MTV Unplugged noch toppen?

Jakob Sinn: MTV Unplugged war ein Jugendtraum von uns. Es wäre sehr vermessen, direkt nach mehr zu gieren. Wir denken nicht daran was kommt, sondern genießen den Moment.

Was fehlt Ihnen auf Tour am meisten?

Strate: Natürlich vermissen wir unsere Familien, ich insbesondere meinen dreijährigen Sohn. Doch sind wir es an sich gewohnt, ständig unterwegs zu sein. Heißt: Ich muss nicht unbedingt in meinem eigenen Bett nächtigen, sondern schlafe auch im Hotel und im Bus gut.

Sinn: Wir sind ja auch keine international tourende Band und kommen regelmäßig nach Hause.

Strate: Eben. Es vergehen nie mehr als zehn Tage, dass ich meinen Sohn nicht sehe.

Sie sind dennoch in vielen Städten unterwegs - wo halten Sie sich am liebsten auf: "Hamburg, Berlin oder Köln"?

Strate: Wir haben in den letzten zehn Jahren festgestellt, dass Deutschland viele schöne Städte hat. Jede ist auf ihre Art charmant. Köln ist eine Party-Stadt. Die Mentalität dort ist herrlich - man geht alleine in die Kneipe, ist aber nicht alleine. Berlin ist spektakulär. Man entdeckt immer wieder was Neues, ständig macht eine neue Bar auf. Und Hamburg hat diesen nordischen Charme. Man ist in einer Dreiviertelstunde am Meer. Schwer zu sagen, welche die schönste Stadt ist...

Es ist rund 14 Jahre her, dass Sie Revolverheld ins Leben gerufen haben. Was ist Ihr Rezept gegen das Älterwerden?

Strate: Es zu akzeptieren. Das Schlimmste ist immer, sich dagegen zu wehren. Ich bin entspannt. Habe akzeptiert, dass ich im Leben wohl keinen Waschbrettbauch mehr haben werde - weil es einfach zu viel Aufwand wäre. Gerade ist das Leben schön. Ich bin sogar froh, dass ich nicht mehr Mitte 20 bin.

Sie singen von "komischem Elektro". Ist das nicht Ihre Musik?

Strate: In "Bands deiner Jugend" geht es um Gruppen, die für Gitarrenmusik bekannt sind - z.B. The Killers - irgendwann aber ein merkwürdiges Album veröffentlichen. Generell sind wir dem Genre Elektro nicht abgeneigt. Aber wenn eine Band für etwas Bestimmtes steht - du sie für ihre Gitarrenmusik liebst - und dann macht sie einen komischen Turn; das ist frustrierend.

In "Darf ich bitten" geht es um die Feierei. Wie kann man sich eine Party-Nacht mit Ihnen vorstellen?

Strate: Wir können sehr feierwürtig sein, wenn wir allein gelassen werden und frei haben. Dann ziehen wir durch die Kneipen - und wenn wir im Club enden, wird Jakob zum Tanzbiest. Dann steckt er mich manchmal an.

Zum Thema "Spinner": Welchen verrückten Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Strate: Ich will mit meinem Sohn um die Welt fahren, bevor er in die Schule kommt.

Sinn: Ich gedenke, irgendwann mal ins Ausland zu ziehen. Stellt sich nur die Frage, wie verrückt das ist...