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Brexit-Auszählung: Sieg der EU-Gegner - Pfund stürzt ab

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BREXIT
Brexit-Referendum: Der Sieg der EU-Gegner ist nun offensichtlich | AP
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  • Beim Brexit-Referendum ist ein Sieg der EU-Gegner sicher.
  • Das britische Pfund stürzte daraufhin deutlich ab - auch die Aktienmärkte starteten im Minus
  • Die Welt fürchtet jetzt die wirtschaftlichen Folgen des EU-Austritts

Alle wichtigen Entwicklungen des Tages in unserem Newsblog: Die neuesten Nachrichten findet ihr hier. Was in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geschehen ist, könnt ihr an dieser Stelle nachlesen.

09:25 Uhr: Cameron tritt zurück

Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Er zog damit am Freitag die Konsequenzen aus seiner Niederlage beim EU-Referendum für einen Brexit.

09:05 Uhr: Dax bricht um zehn Prozent ein

Der deutsche Leitindex Dax ist am Freitagmorgen um 9,98 Prozent auf 9233,48 Punkte abgesackt. Das entspricht einem Fall um zehn Prozent.

08:55 Uhr: Keine Spur von Cameron

Nach dem Schreck haben wir uns etwas Cat-Content verdient. Hier sieht man Kater Larry, wo eigentlich der britischen Premierminister sprechen sollte.

kater larry

08:45 Uhr: Farage: "Die EU liegt im Sterben"

Nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt zeichnet sich für Brexit-Anführer Nigel Farage das Ende der Union ab. Die EU liege im Sterben, sagte der Chef der rechtspopulistischen und EU-skeptischen Partei Ukip am Freitag. Das Ergebnis bezeichnete er als "Sieg für normale Menschen, gegen die Großbanken, Großunternehmen und die große Politik". Der 23. Juni solle zu einem neuen nationalen Feiertag, dem Unabhängigkeitstag, erklärt werden.

08:30 Uhr: Statt David Cameron kam nur sein Kater

Die berühmte schwarze Tür mit der Nummer 10 in Londons Downing Street schien am Freitagmorgen nach dem Brexit-Votum der Briten wie vernagelt: Keiner der Politgrößen um David Cameron wollte zunächst an die Öffentlichkeit treten. Mehr Mut bewies Camerons "Dienstkater", Larry the Cat. Die Journalisten warten weiter auf den Premierminister.

08:20 Uhr: Tiefer Einbruch beim Dax erwartet

Nach dem Brexit-Referendum wird ein tiefer Fall des Deutschen Aktienindex erwartet. Im vorbörslichen Handel verlor der Aktienindex bereits 870 Punkte. Das ist der größte Tagesverlust seit 2008. Der Handel auf Xetra läuft von 9.00 bis 17.30 Uhr.

08:15 Uhr: Vorläufiges Endergebnis steht fest

51,9 Prozent der Briten haben nach Angaben des Senders BBC für den Austritt aus der EU gestimmt, lediglich 48,1 Prozent für den Verbleib. Insgesamt votierten 17 410 742 Wähler für Rausgehen, 16 141 241 für Drinbleiben, meldete der Sender unter Berufung auf das vorläufige Endergebnis.

08:05 Uhr: Gleich wird David Cameron sprechen

David Cameron wird gleich ein Statement vor Downing Street No. 10 abgeben. Die Atmosphäre wird von Journalisten "wie bei einer Beerdigung" beschrieben.

07:32 Uhr: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz: "Großbritannien wird wie ein Drittstaat behandelt"

Wie geht es jetzt weiter? Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, erwartet nach dem Referendum für einen Brexit einen schnellen Beginn der Trennungsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Eine "Hängepartie über Jahre" sei im Interesse keiner der beiden Seiten, sagte Schulz am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Allerdings werde das Land künftig als "Drittstaat" behandelt. "Wir respektieren dieses Ergebnis. Aber Großbritannien hat entschieden zu gehen."

07:30 Uhr: Steinmeier: "Trauriger Tag für Europa"

Das deutsche Außenministerium sprach auf Twitter von einem "traurigen Tag für Europa".

07:02 Uhr: Nun ist es offiziell

Großbritannien kehrt Europa den Rücken: Eine knappe Mehrheit der Briten stimmte bei dem historischen Brexit-Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union. Am Freitagmorgen war der Vorsprung des Brexit-Lagers mit 16,8 Millionen Stimmen uneinholbar.

06:39 Uhr: Jetzt fallen sogar die Ölpreise.

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel angesichts des drohenden Austritts der Briten aus der Europäischen Union deutlich verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 47,92 US-Dollar. Das waren gut 5,87 Prozent weniger als am Vortag. Ein Austritt der Briten könne zu weltweiten Konjunktursorgen führen, was sehr schlecht für den Ölmarkt ist. Der Goldpreis dagegen stieg an.

06:30 Uhr: Gabriel verflucht den Brexit

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) reagiert bitter enttäuscht auf die sich abzeichnende Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt.

06:21 Uhr: Brexit-Lager eine Million Stimmen vorne

Beim EU-Referendum in Großbritannien ist der Vorsprung der Brexit-Befürworter auf mehr als eine Million Stimmen angewachsen. Am Freitagmorgen waren noch weniger als 40 der 382 Wahlbezirke auszuzählen.

06:00 Uhr: 51,6 Prozent der Briten sagen "Goodbye, EU!"

Nach Auszählung von mehr als 320 der 382 Wahlbezirke am Freitagmorgen stimmten 51,6 Prozent der Wähler für das Verlassen der Gemeinschaft, 48,4 für den Verbleib. Die Fernsehsender BBC und Sky News sehen damit die Brexit-Kampagne um den früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson als Sieger.

05:50 Uhr: 309 von 382 Bezirken ausgezählt

309 von 382 Bezirken sind ausgezählt und der Sieg des Brexit-Lagers ist nun ziemlich offensichtlich. Leave liegt mit 51 Prozent vorne.

05:42 Uhr: Fernsehsender halten Brexit-Befürworter für die Sieger

Der britische Fernsehsender BBC sieht die Austritts-Befürworter als Sieger des EU-Referendums. Auch der Sender Sky News hält das Brexit-Lager für den Sieger.

Dem schließt sich auch ITV an.

05:18 Uhr: Zwei Dritteln der Wahlbezirke ausgezählt - Brexit-Lager vorne

Beim EU-Referendum in Großbritannien liegt das Brexit-Lager nach Auszählung von zwei Dritteln der Wahlbezirke vorn. In über 260 der 382 Wahlbezirke erreichten die Austritts-Befürworter 10,8 Millionen Stimmen, das Pro-EU-Lager mehr als 600 000 Stimmen weniger.

Das entspricht einem Prozentsatz von 51,3 zu 48,7. Nach Angaben von Experten genügen 16,8 Millionen Stimmen zum Sieg. Allerdings waren noch mehr als 115 Bezirke auszuzählen.

Der Austritts-Wortführer Nigel Farage meinte, falls sich der Trend verfestigen sollte, sei dies ein Sieg "für die normalen Leute, für die vernünftigen Leute".

Der angesehene Wahlforscher John Curtice sieht einen Brexit als wahrscheinlich an. "Das Leave-Lager ist jetzt der Favorit", sagte Curtice am frühen Freitagmorgen der BBC. Er schränkte jedoch ein, der Ausgang werde knapp.

Der Fernsehsender ITV spricht von einer 80-Prozent-Wahrscheinlichkeit für den Brexit. Das Referendum sei aber weiter auf des Messers Schneide.

05:10 Uhr: Führung der Brexit-Befürworter zeichnet sich ab

Es sieht schlecht aus für die EU-Freunde. Nachdem 247 von 382 Bezirken ausgezählt wurden, liegen die Brexit-Befürworter mit 51 Prozent vorne. Es ist schon jetzt klar, dass diese Abstimmung Europa verändern wird. Kaum vorstellbar, dass Cameron bei einem Brexit weiter an der Regierung bleibt. Das Pfund macht gerade einen historischen Absturz durch, die Aktienmärkte starten tief im Minus. Gut möglich, dass dies die Wirtschaftskrise auslöst, vor der sich so viele fürchten.

05:05 Uhr: Pfund zehn Prozent im Minus

Nachdem Befürworter eines Brexit in Führung gingen, stürzte das britische Pfund im Verhältnis zum US-Dollar zeitweise um zehn Prozent ab. Das ist der stärkste Fall in der Geschichte, deutlich tiefer als während der Krisen 1992 und 2008. Der Kurs befindet sich jetzt auf dem Stand von 1985.

04:35 Uhr: Historischer Pfund-Absturz

Noch müssen 210 von 382 Bezirken ausgezählt werden und Leave liegt Zuzeit mit 52 Prozent in Führung. Doch eines scheint schon jetzt klar zu sein: Großbritannien ist gespalten - welches Lager auch gewinnt, es wird nur mit einem hauchdünnen Vorsprung sein. Es wir ein Ergebnis sein, dass große politische Unsicherheit bedeutet.

Die Währungsmärkte sind tief pessimistisch. Nachdem sich das Pfund nach der Auszählung in London kurzzeitig erholte, stürzt es nach einer erneuten Führung der Brexit-Befürworter ab und liegt jetzt im Vergleich zum US-Dollar mit 6,5 Prozent im Minus. Das ist der stärkste Absturz dieses Währungspaares inherhalb eines Tages.

Während der Finanzkrise am 24. Oktober 2008 ging es 5,92 Prozent nach unten, am Ende dieses Tages waren es -2,05 Prozent.

04:15 Uhr: Brexit-Befürworter holen auf

Jetzt sind wieder die Brexit-Befürworter mit 50,2 Prozent in Führung.

Peter Keller, der frühere Chef des Meinungsforschungsinstitut YouGov, gibt zu, dass dieses Ergebnis "peinlich" für ihn ist. YouGov hatte einen Sieg für die EU-Freunde vorhergesagt.

04:07 Uhr: Hauchdünner Vorsprung für Remain

84 von 882 Bezirken sind ausgezählt. Die EU-Freunde gewannen in 34 Bezirken, die Brexit-Befürworter in 50. Nach Stimmen liegt Remain allerdings hauchdünn vorne und hat nun 2.877575 der Stimmen, (50.01%), Leave dagegen 2.876697 (49.99%).

Großbritannienen scheint gespalten - das erinnert an die Präsidentschaftswahl in Österreich.

04:00 Uhr: Aktienmärkte starten im Minus

Um in der EM-Sprache zu bleiben: Nachdem das Leave-Lager klar in Führung ging, schaffte Remain den Ausgleich. Jetzt ist in diesem Match alles wieder offen.

Wer den Stand der Auszählung wissen will, muss sich übrigens nur den Kurs des britischen Pfundes im Verhältnis zum US-Dollar betrachten. Wenn Leave einen Bezirk gewinnt, stürzt es ab, gibt es einen Erfolg für Remain, erholt es sich wieder.

brit pfund

Insgesamt scheinen die Märkte aber besorgt. Die Aktienmärkte in Asien starteten alle im Minus: Der japanische Nikkei - 2.9%, die australische Börse -2% and in in Südkorea gingen die Kurse 1.2% nach unten. Die Futures lassen ein klares Minus der Börse in London erwarten.

03:43 Uhr: Remain holt nach Auszählungen in Belfast auf

Jetzt kommt die Wende: Nachdem mehrere Bezirke - unter anderem in Belfast, Glagow und Wandsworth für das "Remain"-Lager stimmten, liegen nun die EU-Freunde mit 50,4 Prozent wieder vorne - uns sofort erholt sich auch das britische Pfund und liegt nun etwa drei Prozent unter dem Kurs vor Beginn der Auszählung.

03:30 Uhr: Britisches Pfund fällt und fällt

Für die Währungsmärkte scheint das Ergebnis bereits festzustehen: Es geht weiter bergab mit dem britischen Pfund im Verhältnis zum US-Dollar. Die Währung stürzte bisher um über 5 Prozent ab - das ist der stärkste Absturz seit der Finanzkrise 2008.

03:05 Uhr: Brexit-Befürworter nach Auszählung von 34 von 382 Bezirken vorne

Bisher sind 34 Bezirke ausgezählt. Die Brexit-Befürworter liegen vorne mit bisher 1.214.127 Stimmen. Die Gegner eines Austritts bekamen 1.065.771 Stimmen. Um den Sieg für sich zu entscheiden, sind etwa 16,8 Millionen Stimmen notwendig. Alles ist also noch offen. Klar ist jetzt schon, dass das Aufatmen der EU-Freunde nach den Umfrageergebnissen vom Wahltag verfrüht war.

03:00 Uhr: Zittern bei den Brexit-Gegnern

Bisher ist nur ein kleiner Teil der Stimmen ausgezählt, doch für das Remain-Lager zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: In den Bezirken, in denen mit einem Sieg des Brexit-Lagers gerechnet wurde, fällt die Zustimmung zum Verlassen der EU weit stärker aus, als erwartet. In den Teilen des Landes, in denen ein Sieg des "Remain"-Lagers erwartet wurde, fallen die Stimmen für den Verbleib geringer aus, als angenommen. In Hartlepool bekamen die Brexit-Befürworter ganze 70 Prozent - weit mehr als erwartet.

02:40 Uhr: Brexit-Lager liegt mit 51,5 Prozent vorne

Bisher sind die Stimmen aus 15 Bezirken ausgezählt. Davon stimmten 10 für einen Verbleib in der EU, 5 für den Brexit. Entscheiden sind allerdings die Wählerstimmen. Bisher stimmten 48,5 Prozent für einen Verbleib, 51,5 Prozent für ein Verlassen der EU.

01:42 Uhr: Pfund stürzt nach Erfolgen des Leave-Lagers ab

Das britische Pfund ist nach den ersten Auszählungsergebnissen deutlich abgestürzt. Nachdem bekannt wurde, dass in Sunderland 61 Prozent für einen Brexit gestimmt hatten, fiel das Pfund im Verhältnis zum US-Dollar um 3,5 Prozent. Es war zwar erwartet worden, dass das Leave-Lager in Sunderland gewinnt - aber nicht mit so einem großen Vorsprung. Nervös machte die Finanzbranche auch, dass im Wahlkreis Newcastle das Lager der EU-Freunde knapper siegte als erwartet.

01:40 Uhr: Brexit-Befürworter gehen in Führung

Die Befürworter eines EU-Ausstiegs haben beim EU-Referendum einen ersten deutlichen Teilerfolg verbucht - und sind prompt in Führung gegangen. In der nordostenglischen Stadt Sunderland stimmten 61 Prozent für einen Brexit und nur 39 Prozent für einen Verbleib, wie am frühen Freitagmorgen bekannt wurde. In der benachbarten Stadt Newcastle behielten dagegen die EU-Befürworter die Oberhand, allerdings nicht so klar wie angenommen. Rund 51 Prozent der Wähler votierten hier für den EU-Verbleib, während 49 Prozent für einen Austritt stimmten.

Obwohl die EU-Befürworter in vier der fünf ausgezählten Bezirke die Nase vorn hatten, führten die Brexit-Anhänger mit insgesamt 161.744 Stimmen. Die Brexit-Gegner kamen nur auf 158.537.

23:20 Uhr: Ukip-Chef Farage gibt Niederlage zu

Der Chef der rechtspopulistischen Ukip-Partei, Nigel Farage, hat eine Niederlage der Brexit-Befürworter eingestanden. "Es sieht so aus, als würde 'Remain' das Rennen machen", sagte Farage gegenüber Sky News. Farage war in den vergangenen Wochen und Monaten einer der lautesten Fürsprecher des Brexit.


23:03 Uhr: EU-Befürworter liegen vorne!

Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov vom Wahltag liegen die Brexit-Gegner, also diejenigen, die für den EU-Verbleib sind, mit 52 Prozent vorne. 48 Prozent der Briten wollen demnach aus der EU ausscheiden.

Erst morgen gibt es jedoch offizielle Ergebnisse.

23:00 Uhr: Die Wahllokale schließen

Schluss. Aus. Die Wahllokale schließen. Jetzt warten wir auf die Ergebnisse der YouGov Umfrage vom Wahltag. Offizielle Ergebnisse gibt es erst morgen.

22:53 Uhr: Die letzten zehn Minuten der Wahl

Keine zehn Minuten bis die Wahllokale schließen. Wer jetzt noch wählen will, muss sich beeilen. Wie Boris Johnson, der seine Stimme beinahe in letzter Minute abgegeben haben soll.


22:41 Uhr: Glaubt selbst Boris Johnson nicht an den Brexit?

Ein Twitternutzer will Boris Johnson, der in den letzten Wochen vehement für einen Brexit geworben hatte, in der U-Bahn getroffen haben.

Dort soll der ehemalige Bürgermeister von London eingestanden haben, dass die Brexit-Befürworter heute verloren haben. Naja, ob da etwas dran ist... Ein schönes Bild ist es allemal.


22:00 Uhr: Internetnutzer hegen Manipulationsverdacht

Bei Twitter kursiert der Hashtag #Pencilgate. Die Internetnutzer echauffieren sich darüber, dass in Wahllokalen Bleistifte zur Stimmabgabe ausliegen. Lädt das zur Manipulation ein?

Einige sind dieser Meinung.

Andere sehen hinter dem "Pencilgate" lediglich eine Verschwörungstheorie.

20:36 Uhr: Blutiger Zwischenfall in Huddersfield

Im nordenglischen Huddersfield ist ein Wahllokal für das EU-Referendum für eine halbe Stunde geschlossen worden, nachdem in der Nähe ein Mann mit Stichwunden gefunden worden war. Die Tat habe aber nichts mit der Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens zu tun, teilte die Polizei in der Grafschaft West Yorkshire am Donnerstag mit.

Ein 19-Jähriger sei unter Tatverdacht festgenommen worden. Zu der kurzfristigen Sperrung des Wahllokals sei es nur gekommen, weil der Tatort habe abgesperrt werden müssen.

19:20 Uhr: Um 23 Uhr könnte es erste Tendenzen geben

Die Wahllokale werden bis 23 Uhr deutscher Zeit geöffnet sein. Prognosen und Hochrechnungen gibt es heute Abend aber nicht mehr.

Dennoch: Erste Tendenzen, wie die Abstimmung ausgegangen ist, werden für 23 Uhr erwartet. Denn das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat eine Nachwahlbefragung angekündigt, deren Ergebnisse bis dahin vorliegen sollen.

Vielleicht sind wir also schon bald schlauer: Bleibt Großbritannien oder verlässt es die EU?

18:10 Uhr: Britische Twitter-Nutzer ändern ihr Profilbild

Kurioser Trend: Britische Twitter-User ändern vermehrt ihr Profibild - entweder zur britischen oder zur europäischen Flagge - je nachdem, wie sie gewählt haben.

17:55 Uhr: Unabhängig vom Ergebnis, die EU kann "nicht so weitermachen", finden EU-Politiker

In der EU mehren sich die Stimmen, die unabhängig vom Ausgang des britischen EU-Referendums dafür plädieren, grundsätzlich über die Europäische Union nachzudenken. Ein "Weiter so" könne es nicht geben, hieß es am Donnerstag über die Parteigrenzen hinweg.

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici rief die EU zu tiefgreifenden Reformen auf. "Wir müssen Europa grundlegend verändern", sagte der französische Sozialist den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Europa brauche "einen Neustart".

Moscovici fügte hinzu: "Es ist klar, dass Europa weniger populär ist, als es einmal war." Die Menschen seien von Europa enttäuscht.

"Es wäre allerdings die falsche Antwort, die EU aufzugeben. Wir brauchen eine europäische Zusammenarbeit, die Jobs und Wachstum schafft, die Flüchtlingskrise löst und die Außengrenzen sichert", sagte der Kommissar. "Das ist die Lehre aus dem britischen Weckruf. Wir müssen zuhören - und verstehen, was die Bürger wollen."

Europas Grünen-Chef Reinhard Bütikofer betonte im Fernsehsender Phoenix: "Wir können uns nicht zurücklehnen, ein 'Weiter so' ist ausgeschlossen. Wir müssen liefern, was die Bürger von uns erwarten."

15:23 Uhr: Hunde für Europa

Bei Twitter macht derweil der Hashtag #DogsAtPollingStations die Runde. Menschen fotografieren Hunde, die vor den Wahllokalen auf ihre Herrchen und Frauchen warten. Einige von ihnen würden wohl eigentlich selbst gerne abstimmen, wie dieser grimmige Vierbeiner.

14:50 Uhr: Deutsche Anleger glauben an den EU-Verbleib

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt scheinen zunehmend überzeugt vom Verbleib der Briten in der EU und haben den Dax am Donnerstag zeitweise über 10 300 Punkte getrieben.

Am Tag der Volksabstimmung in Großbritannien stieg der deutsche Leitindex bis zum Nachmittag um 1,68 Prozent auf 10 240,36 Punkte und verzeichnete damit seinen fünften Gewinntag in Folge.

"Der Markt nimmt den Sieg der Brexit-Gegner vorweg", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Kurse steigen wieder, weil weitere Umfragen Entwarnung gaben. Das alles zeigt, wie stark die Aktienkurse derzeit auf das Referendum fixiert sind."

Dies bewies auch die kräftige Aufwertung des Pfund zum US-Dollar, das auf den höchsten Stand seit Dezember 2015 stieg.

13:42 Uhr: Gauck mahnt davor, nach Brexit zur Tagesordnung überzugehen

Bundespräsident Joachim Gauck hat davor gewarnt, nach der Abstimmung der Briten über die EU-Mitgliedschaft des Landes einfach zur Tagesordnung überzugehen.

"Wir sollten aus der Krise Lehren ziehen und weiter diskutieren, wie wir in Europa leben wollen", sagte Gauck am Donnerstag in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. "Das Beste an der Debatte über den sogenannten Brexit war die Debatte selbst", sagte Gauck. Sie habe Unmut über die Europäische Union ans Licht gebracht, der zuvor im Verborgenen geschwelt habe.

Vor Schülern und Studenten an der Universität von Sofia sagte Gauck, die Vorstellung eines "immer engeren Europas" überfordere viele Menschen. Auch durch die Brexit-Debatte spürten nun viele Politiker, "dass man auch zu viel Tempo einschlagen kann".

Die Botschaft sei: "Übertreibt es nicht mit der allzu schnellen Vereinigung." Gauck fügte aber hinzu: "Ich glaube nicht, dass wir mit einem Zerfallsprozess in Europa zu rechnen haben."

Eine Debatte über die Zukunft Europas sei auch deshalb wichtig, weil Krise und Konflikte in unmittelbarer Nähe, Terroranschläge und die Flüchtlingskrise zur Verunsicherung beitrügen. "In einer Welt, die unübersichtlicher und unberechenbarer geworden ist, müssen wir Europäer - nicht zuletzt aus Eigeninteresse - mehr Verantwortung übernehmen, gemeinsam mit unseren Partnern."

13:30 Uhr: Lange Schlangen vor Wahllokalen

Trotz schlechten Wetters haben sich beim EU-Referendum in Großbritannien lange Schlangen vor Wahllokalen gebildet. Wähler hätten geduldig in langen Reihen gewartet, um in Schulen, Kirchen oder Einkaufszentren ihre Stimme abzugeben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag.

In der Nacht hatte es in London und im Südosten des Landes teils heftige Regenfälle und Gewitter gegeben. In der Hauptstadt hätten einige Wahllokale wegen Überflutungen geschlossen und in Ausweichquartiere verlegt werden müssen.

Mit Material der dpa.

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