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NS-Angriff auf die Sowjetunion 1941: So gedenken die Länder den Opfern

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MOSKAU WELTKRIEG ERINNERUNG
Putin legt in Russland Blumen nieder - in Erinnerung an die Opfer des Nazi-Angriffs auf die Sowjetunion 1941 | dpa
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  • Vor 75 Jahren griff Deutschland die Sowjetunion an
  • Gedenkfeiern in Russland, Deutschland und der Ukraine
  • Schicksale der Kriegsgefangenen sollen aufgearbeitet werden

Am 22. Juni 1941 startete Nazi-Deutschland sein Unternehmen Barbarossa - und griff die Sowjetunion an. Mit Gedenkveranstaltungen über die Grenzen hinweg ist am Mittwoch an diesen Überfall vor 75 Jahren erinnert worden.

"Kein Land hat im Zweiten Weltkrieg so große Opfer gebracht wie die Sowjetunion: Fast 27 Millionen Menschen verloren ihr Leben", erklärte Bundespräsident Joachim Gauck. Zugleich nutzte der Bundespräsident den Jahrestag zur Mahnung. "Frieden ist nicht selbstverständlich."

In Russland stellten viele Bürger zur Stunde des Überfalls um 03.00 Uhr morgens deutscher Zeit eine brennende Kerze ins Fenster. Präsident Wladimir Putin wollte am Grabmal des unbekannten Soldaten einen Kranz niederlegen.

Gauck: Wir blicken auf die barbarische Politik von Nazi-Deutschland zurück

Zugleich vereinbarten Deutschland und Russland eine engere Zusammenarbeit, um die Schicksale von Kriegsgefangenen noch zu klären. Auch die Ukraine und Weißrussland, die damals von der Wehrmacht ebenfalls überrannt wurden, gedachten der Millionen Opfer.

"Wir blicken zurück auf die barbarische Politik des nationalsozialistischen Deutschland, die von Rassenwahn und Herrenmenschentum geleitet war", schrieb Gauck in Erinnerung an den 22. Juni 1941.

Beim Vormarsch der Roten Armee und später im sowjetischen Machtbereich sei neues Unrecht begangen worden. Dies ändere aber nichts am "großen, unersetzlichen und unvergesslichen Anteil" der Völker der Sowjetunion am Sieg über den Nationalsozialismus.

Steinmeier: Wachhalten der Erinnerung bleibt Voraussetzung für Aussöhnung

Der Bundestag setzte zum Gedenken eine Debatte mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Hauptredner auf die Tagesordnung. "Das Wachhalten der Erinnerungen an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und an die deutsche Schuld war, ist und bleibt eine unverzichtbare, zwingende Voraussetzung für die Aussöhnung zwischen unseren Ländern."

Das schrieb er in einem Beitrag für drei Zeitungen in Russland, Weißrussland und der Ukraine. Zugleich mahnte er: "Nie wieder!"

Russland und Ukraine erinnern an die Opfer

Im russischen Parlament gedachten die Abgeordneten schweigend der sowjetischen Opfer. Am zentralen Denkmal für den Großen Vaterländischen Krieg in Moskau, wie der Zweite Weltkrieg in Russland genannt wird, hielten junge Russen in historischen Uniformen Wache.

In der Ukraine erinnerte Präsident Petro Poroschenko daran, dass sein Land Opfer des Nationalsozialismus wie des Stalinismus gewesen sei.

Forderung: Anerkennung der Kriegsgefangenen als NS-Opfer

Die Grünen forderten nach einem Bericht der Funke Mediengruppe die offizielle Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes. Zusammen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow vereinbarte Steinmeier ein neues Projekt, mit dem die bislang bekannten Daten von Kriegsgefangenen digitalisiert und in Datenbanken zusammengeführt werden. Deutschland übernimmt die Finanzierung.

Während des Kriegs kamen nach offiziellen Angaben insgesamt mehr als 8,8 Millionen Soldaten in Gefangenschaft - mehr als 5,7 Millionen Angehörige der Roten Armee und mehr als 3,1 Millionen der Wehrmacht. In deutscher Gefangenschaft starben mehr als drei Millionen Sowjetsoldaten. Die Zahl der Deutschen, die in sowjetischer Haft starben, wird auf mindestens 1,1 Millionen geschätzt.