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Euro 2016: Das Nordirland-Spiel hat gezeigt, was bei dieser EM grandios schiefläuft

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DEUTSCHLAND
Die Partie gegen Nordirland zeigt drastisch, was bei der EM 2016 grandios schiefläuft | dpa
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  • Selten zuvor hat es bei einer EM so viele langweilige Spiele gegeben
  • In Frankreich fallen die wenigsten Tore: Defensive ist Trumpf
  • Schuld ist der neue EM-Modus mit 24 Teams

Was macht eine Fußball-Mannschaft, die ums Achtelfinale kämpft und in der 85. Minute 0:1 zurückliegt? Na logisch: Sie greift an, sie wirft sich nach vorne, sie tut alles für den Ausgleich. Oder?

Nicht bei der Euro 2016. Nicht, wenn man aus Nordirland kommt. Die Truppe von Trainer Michael O'Neill tat gegen Deutschland nichts dergleichen, sondern verteidigte den knappen Rückstand, bis der Schiedsrichter nach 93 äußerst einseitigen Minuten abpfiff.

EM-Modus mit 24 Teams ist grandios gescheitert

Für das 1,8-Millionen-Einwohner-Land ist die 0:1-Niederlage gegen die DFB-Auswahl das höchste der Gefühle. Und beschert Nordirland eventuell sogar die Achtelfinal-Teilnahme. Mit ingesamt zwei geschossenen Toren, allesamt gegen die Ukraine. Verrückte Uefa-Fußball-Welt!

Passend zum Thema: Spielplan der Europameisterschaft 2016

Das Verhalten der Nordiren, die während der gesamten Spielzeit gegen Deutschland auf zwei Torschüsse kamen, zeigt symptomatisch, weshalb der EM-Modus mit 24 Ländern grandios gescheitert ist.

1. Weniger Tore gab's noch nie

Durchschnittlich rund 2,5 Tore pro Spiel fielen bei den vergangenen drei EM-Endrunden. In Frankreich sind es hingegen gerade mal 1,81 (58 Treffer in 32 Partien). Zum Vergleich: in der deutschen Bundesliga waren es zuletzt 2,83 Tore pro Spiel und selbst in der italienischen Serie A fielen zuletzt mehr als 2,5.

2. Defensive ist Trumpf

Was passiert, wenn eine völlig unterlegene Mannschaft auf einen haushohen Favoriten trifft? Dann wird gemauert und gekämpft, bis die Schienbeinschoner splittern. Wie bei einem Boxkampf, wo sich der eine sofort nach Beginn mit kopfschützenden Händen in eine Ecke begibt. Schön anzusehen ist das nicht. Aber bei der EM effektiv.

Denn bei Nationalteams ist die Offensive nur selten so eingespielt wie auf Clubebene. Verteidiger haben es leichter, zumal sich die "kleinen Nationen" mit voller Wucht in jeden Zweikampf schmeißen.

Das bedeutet...

3. Viele unattraktive Spielverläufe

Von wegen Partystimmung! Bei der Euro 2016 ist meist nur die Vorfreude der Fans auf eine Partie groß. Attraktive, hochklassige Spiele sind Mangelware und bislang an einer Hand abzuzählen. Immerhin wird so die Schlussviertelstunde spannender, in der 30 Prozent aller bisherigen EM-Tore (17 von 58) fielen.

Nur drei Teams schafften bislang, mehr als zwei Tore in einem Spiel zu erzielen. Spanien (3:0 gegen die Türkei), Wales (3:0 gegen Russland) und Belgien (3:0 gegen Irland). Und nur einmal gab's in einer Partie mehr als drei Tore (2:2 zwischen Kroatien und Tschechien).

4. Schwachsinnige Achtelfinal-Qualifikation

Einer der häufigsten Anfragen bei Google: "Gegen wen spielt Deutschland im Achtelfinale?" Die Antwort: Ähm, ja, keine Ahnung. Es wird wohl die Slowakei.

Die Uefa hat sich ein System überlegt, das ohne Raketenwissenschaft-Studium nicht nachzuvollziehen ist. (Hier sind alle Konstellationen auf Seite 18 nachzulesen.)

Zwei Wochen dauert die Gruppenphase, danach müssen gerade mal acht Mannschaften nach Hause fahren. Manche Gruppenersten dürfen im Achtelfinale gegen irgendwelche Glücksdritten ran - und Spanien als Tabellenzweiter der Gruppe D bekommt es mit Italien (als Erster der Gruppe E) zu tun. Jedem Fußballfan kommen da fast die Tränen.

Jetzt beginnt bei der EM die heiße Phase

Aber vielleicht liegt es ja auch am durchwachsenen Wetter und den wenig mitreißenden Auftritten der DFB-Elf, dass in Deutschland bislang kaum EM-Fieber zu spüren ist. Man will es zumindest hoffen. Schließlich kommt bald der schönste Teil eines Fußballturniers, die K.o.-Runde.

Und die kann die Uefa dann nicht mehr durch fragwürdige Reglements verhunzen.

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