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"Ein ganzes halbes Jahr": Viele Tränen, viel Kritik

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Emilia Clarke als Lou and Sam Claflin als Will Traynor in

Alle, die nah am Wasser gebaut sind, sollten eine große Menge Taschentücher bereithalten: Der Film "Ein ganzes halbes Jahr", der am Donnerstag in Deutschland anläuft, wird sicherlich für Tränenmeere in den Kinosälen sorgen. Und das nicht nur bei denjenigen, die schon bei "Love Story" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" feuchte Augen bekommen haben. Der Streifen basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Jojo Moyes, die auch das Drehbuch verfasst hat.

Um das geht es in "Ein ganzes halbes Jahr"

Ausschnitte aus "Ein ganzes halbes Jahr" gibt es auf Clipfish

"Game of Thrones"-Star Emilia Clarke spielt in "Ein ganzes halbes Jahr" Louisa, eine junge Frau, die in einem kleinen britischen Städtchen ein zufriedenes Leben als Angestellte eines kleinen Cafés führt - nicht nur den Gästen dort zaubert die schrill gekleidete Lou stets ein Lächeln aufs Gesicht. Als ihr Chef den Laden dicht macht, wird es allerdings schwer für sie, einen neuen Job zu finden. Schließlich landet sie als Pflegerin bei Will (gespielt von "Die Tribute von Panem"-Star Sam Claflin), der seit zwei Jahren vom Hals abwärts gelähmt ist. Vor seinem Unfall war Will ein reicher, sportlicher Londoner Geschäftsmann. Jetzt lebt er auf dem Anwesen seiner Eltern.

Es folgt, was folgen muss: eine Liebesgeschichte. Trotz Wills abweisender Art schafft es Lou, einen Zugang zu ihm zu finden. Er ermutigt sie, mehr aus ihrem Leben zu machen, sie will ihm die Lebensfreude zurückgeben. Trotz einiger Klischees - da ist Lous eifersüchtiger Freund (gespielt von "Harry Potter"-Star Matthew Lewis), Wills Ex heiratet seinen besten Freund - machen die beiden Hauptdarsteller und eine Prise trockener Humor den Streifen zu mehr als nur einem gewöhnlichen Liebesfilm. Und schließlich liegt auch noch ein Schatten über der Geschichte.

Viel Kritik

Die Frage, die sich in dem Film vor allem stellt: Ist die Liebe zwischen Lou und Will auch stark genug? Will hat sich bereits bevor Lou in sein Leben kam, dafür entschieden, in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen... Diese Geschichte hat dem Film eine Menge Kritik eingebracht. Die Vorwürfe: Der Streifen transportiere unterschwellig die Botschaft, behinderte Menschen seien nicht nur eine Last für ihre Familien, sondern auch tot besser dran.

Moyes und die Macher des Filmes haben dagegen deutlich gemacht, dass sie keine gesellschaftspolitische Aussage mit dem Film machen wollten: Regisseurin Thea Sharrock sagte dem "Inquisitr", dass sie wisse, was für ein schwieriges Thema das sei. Aber sie wolle die Botschaft nicht missverstanden wissen. Es sei eine fiktionale Geschichte darüber, wie wichtig es ist, das Recht zu haben, zu wählen...

Fazit

Wer sich selbst ein Bild von der Umsetzung machen will, hat dazu ab dem 23. Juni die Gelegenheit. Man sieht Emilia Clarke mit ihrem umwerfenden Lächeln und Sam Claflin einfach gerne dabei zu, wie sie sich umeinander bemühen. Ein idealer Frauenfilm zum hemmungslosen Weinen.