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Thomas Müller nimmt sich selbst hart ran: "Das war nicht nur Pech"

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MUELLER
PATRIK STOLLARZ via Getty Images
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  • Deutschland vergibt gegen Nordirland 25 von 26 Chancen
  • Allein Thomas Müller hat vier Großchancen
  • Der DFB-Star analysiert seine Leistung hart, aber treffend

Das hat vor ihm noch kein anderer deutscher Nationalspieler geschafft: Thomas Müller trifft im EM-Spiel gegen Nordirland (1:0) gleich zweimal Aluminium – und steht damit stellvertretend für die vielen vergebenen Tormöglichkeiten der DFB-Auswahl.

26 Torversuche zählten die Uefa-Statistiker bei Deutschlands drittem Gruppenspiel der Euro 2016 in Frankreich, doch nur Mario Gomez schaffte es, gegen die nordirische “Ochsen” (O-Ton Gomez) den Ball ins Tor zu befördern.

Löw ist unzufrieden mit Torausbeute

Bundestrainer Jogi Löw konnte sich – zur Überraschung des ARD-Experten Mehmet Scholl – nicht über das gute Spiel seiner Mannschaft freuen, sondern meckerte über die magere Torausbeute. “Wir hätten in der ersten Halbzeit schon 3:0 oder 4:0 führen müssen”, sagte er. “Dann ist ja alles klar, dann läuft sich der Gegner in der zweiten Halbzeit tot.”

Was ist nur mit Thomas Müller los?

Auch Thomas Müller, der neben seinen beiden Pfostentreffern zwei weitere Topchancen hatte liegen lassen, ging hart mit sich ins Gericht. “Das war nicht nur Pech. Ein bisschen war es auch Unvermögen in der jeweiligen Situation, das ist ja klar. Man kann sicherlich zwei der vier Aktionen besser machen.”

Viele Fans fragen sich: Was ist nur mit Müller los? Warum trifft er nicht mehr? Der 26-Jährige wirkte beim Interview nach Spielende keinesfalls verkrampft, sondern redete offen und analysierte treffend: “Die Tore haben gefehlt. Allein ich hätte schon in der ersten Halbzeit mit Gareth Bale (der Waliser hat bislang drei Tore erzielt, Anm.d.Red.) in der Torjägerliste gleichziehen können. Aber bei mir braucht niemand glauben, dass ich vor dem Tor zu lässig agiere, ich wollte jedes Tor machen.”

Deutschland hat "Tor-Hunger", meint Müller

Genau daran hingegen scheint der Bundestrainer ein wenig zu zweifeln. “Wenn jetzt die K.o.-Spiele kommen, muss man die wenigen Chancen auch eiskalt verwerten”, sagte Löw. “Da darf man nicht damit spaßen oder fahrlässig umgehen, sonst kann das ganz schnell nach hinten losgehen.”

Am Sonntag (18 Uhr) bestreitet Deutschland in Lille sein Achtelfinal-Spiel. Dass Löws Team im Gegensatz zu den Gruppenspielen gegen die Ukraine (2:0) und Polen (0:0) gegen Nordirland zu so vielen Chancen kam, wertet Müller durchaus als gutes Zeichen: “Wenn wir uns den Hunger in der K.o.-Runde behalten, geht er auch mal wieder rein.”

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