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Deutschland jubelt über den Sieg gegen Nordirland - nur Jogi Löw hat schlechte Laune

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  • Deutschland jubelt über den EM-Sieg gegen Nordirland
  • Nur Bundestrainer Jogi Löw macht sich Sorgen
  • Im Interview nach dem Spiel kritisiert er die schlechte Chancenverwertung
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Deutschland jubelt über den 1:0-Sieg gegen Nordirland. Die Mannschaft dominierte das gesamte Match, spielte unzählige Chancen heraus und siegte völlig verdient.

"Gestern gegen Nordirland stand irgendwie eine neue deutsche Mannschaft auf dem Platz", schrieb Franz Beckenbauer in einer Spielanalyse für die "Bild".

"Wir hätten zur Pause 3:0 oder 4:0 führen müssen"

Nur einer scheint nicht glücklich: Bundestrainer Jogi Löw. "Wir hätten zur Pause 3:0 oder 4:0 führen müssen", sagte der Trainer in der ARD. Mit dem Ergebnis sei er nicht zufrieden.

"Wir hätten vor dem Tor zielstrebiger und konsequenter sein müssen. Spielerisch war es gut. Wir hätten es aber viel früher klar machen müssen", sagte Löw.

Mal wieder steht die deutsche Offensive in der Kritik. Die konnte die vielen herausgespielten Chancen nicht verwerten. Insgesamt schossen die Deutschen 28 Mal auf das gegnerische Tor - nur ein einziges Mal landete der Ball im Kasten. Nach einer Vorlage von Thomas Müller verwandelte Marion Gomez in der 29. Minute.

Die Nordiren feuerten nur einen einzigen, eher harmlosen Schuss in der 26. Minute auf das deutsche Tor ab.

"Wir mussten bis zum Ende kämpfen"

"Mario Gomez hat das Tor gemacht, das war gut. Wir brauchten in der Spitze heute einen anderen Stürmertyp", lobte Löw.

Löw fürchtet, dass die magere Chancenverwertung der Mannschaft in der K.o.-Runde zum Verhängnis werden könnte.

"Wir mussten bis zum Ende kämpfen und konnten nicht den einen oder anderen Spieler früher tauschen." Wer eine deutliche Führung hat, kann sich schonen und wichtige Spieler austauschen, um deren Verletzungsrisiko zu mindern.

Löw dürfte da an den Abwehrchef Jérôme Boateng gedacht haben, dessen Wade Sorgen bereitet. Boateng holte Löw vorzeitig vom Platz, um keine schlimme Muskelverletzung zu riskieren: "Ich gehe davon aus, dass er im Achtelfinale spielen kann."

"Damit kann man nicht spaßen"

"Wenn die K.o.-Spiele kommen, müssen wir die wenigen Chancen eiskalt verwerten. Das kann sonst auch nach hinten losgehen", warnte Löw mit Blick auf das Achtelfinale am kommenden Sonntag (18.00 Uhr) in Lille gegen die Slowakei oder Albanien. "Damit kann man nicht spaßen! Da müssen wir auch mal das Tor treffen!"

Vor allem Thomas Müller schien verflucht. Er hätte vier Tore machen können, doch traf nur Pfosten und Latte. "Wir haben das umgesetzt, was wir trainiert haben. Nur die Tore haben gefehlt. Allein ich hätte in der ersten Halbzeit mit Gareth Bale gleichziehen können. Wir waren aber gierig und haben uns reingebissen."

Auch Mario Götze bereitet Löw Sorgen. Der Spieler vom FC Bayern leistete sich viele Ballverluste und vergab zudem drei gute Torchancen (12./52./53.).

"Müller hebt sich die Tore für die K.o.-Runde auf!"

Immerhin, die Hereinnahme von Turnierneuling Joshua Kimmich auf der rechten Seite erwies sich als taktischer Volltreffer. "Ich bin mit seinem ersten Spiel auf der großen Bühne sehr zufrieden", lobte Löw den Bayern-Youngster.

Versöhnlicher mit der deutschen Offensive ist der Kaiser Franz Beckenbauer. "Meiner Meinung nach passt jetzt auch das Offensiv-Dreieck. Mario Gomez zeigt in der Spitze eine ganz andere Präsenz. Ins Zentrum gehört ein kopfballstarker Stürmer – besonders wenn man verstärkt über die Flügel angreift."

Thomas Müller habe schlicht Pech gehabt, schreibt Beckenbauer in der "Bild". "Ich sehe positiv: Müller hebt sich die Tore für die K.o.-Runde auf!"

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(ben)