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Wegen Demenz: In Japan sind im vergangenen Jahr 12.000 Menschen verschwunden

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  • Über 12.000 Menschen sind 2015 in Japan verschwunden
  • Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind demenzkrank
  • Hunderte von ihnen wurden tot aufgefunden oder gelten noch immer als vermisst
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Es ist ein beängstigender Rekord: In Japan sind nach Regierungsangaben im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Menschen verschwunden, die alle eine Sache gemeinsam haben. Sie leiden unter Demenz.

12.208 Demenzkranke seien 2015 als vermisst gemeldet worden, meldet der "Guardian" unter Berufung auf die Nationalpolizei des Landes. Das ist ein Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die meisten der Verschwundenen seien innerhalb einer Woche glücklicherweise wieder aufgetaucht. 479 jedoch seien tot aufgefunden worden und 150 seien noch immer vermisst, berichtet der "Independent".

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Sieben Millionen Demenzkranke bis 2025

Als die japanische Regierung 2012 damit begann, Daten zu Demenzkranken zu erheben, schätzte sie die Zahl der Betroffenen auf 4,62 Millionen. Inzwischen hat das Land seine Schätzung aber auf sieben Millionen nach oben korrigiert. Die Regierung geht davon aus, dass bis 2025 jeder fünfte Japaner über 65 Jahren unter der Krankheit leiden wird.

Japan kämpft - noch stärker als Deutschland - mit einer massiven Überalterung der Gesellschaft. Jeder vierte Einwohner Japans ist schon heute älter als 65 Jahre. In zehn Jahren werde der Prozentsatz bereits bei 30 liegen, schätzt der Minister für Gesundheit, Yasuhisa Shiozaki.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt die offizielle Schätzung der über 65 Jahren für 2020 bei 18,7 Millionen. Es wird angenommen, dass zehn Prozent von ihnen unter Demenz leiden werden.

Japan steckt Millionen in Präventions-Plan

Im vergangenen Jahr kündigte die Regierung einen Ausbau des so genannten Orange-Plans an. Mit diesem will die Regierung eine Gesellschaft schaffen, in der Demenzkranke in Würde ihr Leben zu Ende führen können und so lange wie möglich im familiären Umfeld bleiben können.

22,5 Millionen Yen (umgerechnet rund 200 Millionen Euro) will Japan in das Projekt stecken. Es sollen mehr Spezialisten ausgebildet, frühe Diagnose-Möglichkeiten entwickelt und Pflegeplätze geschaffen werden.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

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In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(ca)

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