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Bereits 50.000 Flüchtlinge in Italien eingetroffen

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ITALY REFUGEES
Eine Rettungsaktion der italienischen Marine vor Sizilien im April 2016 | Handout . / Reuters
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  • In diesem Jahr sollen bereits 50.000 Afrika-Flüchtlinge in Italien eingetroffen sein
  • Die EU plant daher ein Milliardenprogramm zur Bekämpfung der Fluchtursachen

Der anwachsende Zustrom von Migranten aus Afrika bereitet deutschen Behörden Sorgen. Nach einem Bericht der "Bild" kamen seit Jahresbeginn bereits rund 50.000 Flüchtlinge über den Seeweg nach Italien. Das Blatt beruft sich auf ein Papier von Sicherheitsbehörden.

Syrer und Iraker nutzen die Mittelmeerroute kaum

Die meisten von ihnen stammen aus Afrika, vor allem aus Nigeria, Eritrea, Gambia, von der Elfenbeinküste und aus Somalia. Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak nutzen die Route von Libyen und Ägypten über das Mittelmeer bisher aber kaum.

Dazu passend: Türkei lässt Kontingent-Flüchtlinge nicht nach Deutschland - weil sie zu gut ausgebildet sind

Die EU will den Flüchtlingsstrom aus Afrika und dem Nahen Osten mithilfe neuer Milliarden-Investitionen begrenzen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) schlägt vor, Projekte außerhalb der EU mit doppelt so viel Geld, wie bisher geplant, zu fördern.

Zusätzliche sechs Milliarden Euro sollen in den kommenden fünf Jahren dabei helfen, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.

Bessere Schulen und Gesundheitsversorgung

"Es ist auch entscheidend, dass Europa jene Länder unterstützt, die eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen haben", sagte EIB-Präsident Werner Hoyer im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" und sechs weiteren europäischen Blättern.

Das Geld soll vor allem Investitionen in Jordanien, Libanon, Ägypten und den Maghreb-Staaten zugutekommen. Auch Westbalkanländer wie Serbien und Albanien sollen in hohem Maß davon profitieren. Es geht beispielsweise darum, den Bau von Schulen zu finanzieren, das Gesundheitssystem zu verbessern oder Wasserzugänge zu ermöglichen.

Das Kalkül der Europäischen Union ist dabei eindeutig: Je besser die Lage vor Ort ist, desto weniger Menschen würden versuchen, sich auf den Weg nach Europa zu machen.

Es ist das Ziel der EU-Flüchtlingspolitik, Menschen, die aus rein wirtschaftlichen Gründen kommen wollen, fernzuhalten.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(ben)