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Mit dieser Aktion provoziert Bernd Lucke die AfD bis aufs Blut

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BERND LUCKE
Der AfD-Gründer Bernd Lucke | Vincent Kessler / Reuters
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  • Bernd Lucke will sich in Erfurt mit der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde treffen
  • Sein Ex-Parteikollege Björn Höcke betreibt eine Kampagne gegen einen Moschee-Neubau der Muslime
  • Lucke möchte mit der Aktion ein Zeichen für religionsfreiheit setzen - und offenbar die AfD provozieren

Der Alfa-Europaabgeordnete Bernd Lucke trifft sich an diesem Mittwoch in Erfurt mit Vertretern der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, um ein Zeichen für Religionsfreiheit zu setzen.

Luckes ehemalige Partei, die AfD, will mit einem Bürgerbegehren verhindern, dass die Gemeinde am Stadtrand von Erfurt eine Moschee baut. Das Gotteshaus soll eine Kuppel und ein elf Meter hohes Minarett bekommen. Bislang gibt er aber nur eine Bauvoranfrage.

Lucke nennt Höckes Anti-Islam-Kampagne "unerträglich"

"Ich bin dagegen, darüber abzustimmen, ob ein Gotteshaus gebaut werden darf, denn die Gewährung von Grundrechten kann nicht von einem Mehrheitsvotum abhängig gemacht werden", sagte Lucke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Kampagne der thüringischen AfD-Landtagsfraktion unter Björn Höcke nannte er "unsäglich".

Dazu passend: Was ich beim Interview mit Bernd Lucke gelernt habe

Alfa wolle sich von den islamfeindlichen Positionen der AfD abgrenzen, betonte Lucke. "Wir wollen, dass der Staat eine klarere Haltung im Umgang mit radikalen islamischen Gruppierungen vertritt und beispielsweise auch Salafisten ohne deutschen Pass ausweist", sagte Lucke. Das Verhältnis zu allen anderen Muslimen müsse aber von Toleranz und Integrationsbemühungen geprägt sein.

Lucke ist Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl 2017. Alfa war im Sommer 2015 von AfD-Mitgliedern gegründet worden, die mit dem von ihnen konstatierten "Rechtsruck" der Partei nicht einverstanden waren.

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