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AfD-Chefin Petry: "Eine gut integrierte Frau in Deutschland braucht kein Kopftuch"

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FRAUKE PETRY
Frauke Petry, chairwoman of the anti-immigration party Alternative for Germany (AfD) reacts during the second day of the AfD party congress in Stuttgart, Germany, May 1, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay TPX IMAGES OF THE DAY | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Woran erkennt man gut integrierte Zuwanderer? Nicht am Kopftuch, sagt AfD-Chefin Petry
  • Die "Willkommenskultur" ist für sie Ausdruck deutscher Identitätsprobleme
  • Ihre Partei habe den Islam nicht als neues Feindbild ausgewählt, bekräftigt Petry

In den vergangenen Wochen und Monaten hat AfD-Chefin Frauke Petry ihren Parteikollegen den Vortritt gelassen, wenn es um Islam-Kritik ging. Jetzt hat sich Petry jedoch selber mal wieder zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur bekräftigte sie den Anti-Islam-Kurs ihrer Partei.

Die Parteichefin sagte, die europäische Asylpolitik sei Ausdruck einer "sehr, sehr großen Offenheit, die aber dazu führt, dass der Westen nun von Gesellschaftsmodellen bedroht wird, auch über die verstärkte islamische Einwanderung, mit dem ganz klaren Ziel, das orientalische Wertebild auch in Europa leben zu lassen".

Petry: Willkommenskultur ist Folge von Schuld-Komplexen

Ihre Partei habe den Islam nicht als neues Feindbild ausgewählt, sagte Petry, "sondern ich glaube, dass die AfD als erste Partei in Deutschland klar formuliert hat, dass der Islam die westlichen Gesellschaften als Feindbild hat".

Die deutsche "Willkommenskultur" gegenüber Flüchtlingen interpretierte Petry als Folge von Schuld- und Minderwertigkeitskomplexen.

"Ich glaube, dass die Willkommenskultur der Ausdruck eines tiefergehenden Problems mit der eigenen Identität ist", erklärte die AfD-Vorsitzende.

"Eine gut integrierte Frau in Deutschland braucht kein Kopftuch"

Viele deutsche Politiker seien der Meinung, "dass die beste Sühne für das, was Deutschland an Verbrechen in der Vergangenheit begangen hat, darin liegt, die eigene Kultur ja nicht zu überhöhen, sondern eher zu relativieren".

Das wäre aus ihrer Sicht noch verständlich, wenn man mit anderen Kulturen "auf Augenhöhe" agieren würde. Faktisch werde die eigene Kultur aber "der fremden Kultur" untergeordnet.

"Eine gut integrierte Frau in Deutschland braucht kein Kopftuch", sagte die Parteichefin. Wenn ihr Muslime sagten, die Verschleierung diene dem Schutz der Frauen vor den Männern, so könne sie dies maximal für islamische Gesellschaften akzeptieren. In Deutschland sei dies aber "definitiv nicht notwendig".

"Die Partei war auch immer eine Partei der kleinen Leute"

Zu dem Machtkampf, der ihre Partei im Moment erschüttert, wollte Petry nichts sagen. Zu ihren schärfsten innerparteilichen Kritikern gehören inzwischen der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen sowie Parteivize Alexander Gauland.

Unklar ist vor allem, wer die AfD in den Bundestagswahlkampf 2017 führen soll. Es gilt als wahrscheinlich, dass es dazu eine Mitgliederentscheidung geben wird - entweder auf einem Parteitag oder als Ergebnis einer Online-Befragung.

Dass Gauland die AfD als Partei des kleinen Mannes positionieren will, findet die Parteichefin unproblematisch. Petry sagte: "Die Partei war auch immer eine Partei der kleinen Leute, vor allem auch weil die SPD es nicht mehr ist."

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(bp)