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Türkische Grenzer sollen auch Flüchtlingskinder erschossen haben

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TURKEY REFUGEES
Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien | Osman Orsal / Reuters
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  • Menschenrechtsorganisationen werfen türkischen Grenzern vor, syrische Flüchtlinge erschossen zu haben
  • Unter den Toten sollen auch vier Kinder sein
  • Seit August 2015 hat die Türkei ihre Grenze für Flüchtlinge geschlossen

Türkische Grenzer sollen nach Angaben von Aktivisten mindestens acht syrische Flüchtlinge erschossen haben, darunter vier Kinder.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Sonntag, die Syrer hätten in der Nacht bei Cherbet al-Dschus im Nordwesten ihres Landes versucht, über die Grenze in die türkische Provinz Hatay zu kommen.

Örtliche Aktivisten der sogenannten Lokalen Koordinierungskomitees sprachen sogar von elf Toten und machten ebenfalls türkische Grenzer verantwortlich. Mindestens einer der Syrer sei aus dem Ort Dscharablus geflohen, der unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat steht.

Türkei weist die Vorwürfe zurück

Die Türkei hat den Vorwurf zurückgewiesen. Solche Berichte seien falsch, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Außenministeriums. Man ginge an der Grenze im Rahmen des Gesetzes gegen mutmaßliche Schmuggler und Terroristen vor, hieß es zusätzlich. Genauere Angaben machte das Außenministerium nicht.

Die Türkei hatte seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 mindestens 2,7 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat das Land seine Grenze allerdings seit August 2015 geschlossen. Syrische Flüchtlinge können deswegen nicht mehr legal ins Nachbarland kommen.

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(lk)