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Sterne: Darum leuchten die Himmelskörper unterschiedlich

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STARS
Sterne sind vielfältiger, als sie von der Erde vielleicht wirken | Westend61 via Getty Images
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  • Darum leuchten Sterne - und zwar in unterschiedlichen Farben
  • Die Sonne ist der größte Stern
  • Beteigeuze und Mira sind Stern-Überriesen

Sterne – sie leuchten am Nachthimmel, lassen uns träumen und sind auch daher Teil von Poesie und Literatur. Zugleich treiben die leuchtenden Himmelskörper den Forschergeist an.

Sterne - sie sind erstaunlich vielfältig und noch lange nicht restlos erforscht. Vermutlich deshalb wirken sie bis heute so faszinierend auf uns.

Geheimnisvolles Leuchten lüften

Sterne inspirieren schon immer den Menschen. Blickt man nachts in den Himmel, erinnern sie an Weite, Unerklärlichkeit und offenbaren schonungslos die eigene Begrenztheit. Allein über ihre Bedeutung in Poesie und Literatur lassen sich ganze Bücher füllen.

Während dem Laien alles, was ihm entgegen funkelt, als Stern gilt, haben antike Naturphilosophen und moderne Astronomen viele Erklärungsmodelle erarbeitet. Und damit das Fachgebiet der Astronomie durch differenzierte Klassifizierungen gut sortiert, um dem Kosmos nach und nach seine Geheimnisse zu entlocken.

Astronomie leitet sich vom lateinischen stella und astrum für Stern ab. Früher hat man zwischen Fix-, Wandel- und Schweifsternen unterschieden. Mittlerweile kann messbar nachgewiesen werden, dass sich alle Himmelskörper bewegen. In etwa 10000 Jahren werden deswegen nicht mehr alle der uns bekannten Sternbilder erkennbar sein.

Passend dazu das Thema: Sternschnuppen: Was sind sie - Meteor, Meteoroiden oder Astroiden?

Die Sonne als prominentester Stern

Als Sterne werden massereiche, selbstleuchtende Himmelskörper bezeichnet, die aus sehr heißem Gas und Plasma bestehen.

Plasma ist ein atomar-molekulares Teilchengemisch. Diese riesigen Himmelskörper bestehen zu 99 Prozent aus Wasserstoff und Helium. Sie werden zusammengehalten durch ihre eigene Schwerkraft.

Der nächste Stern zur Erde ist die Sonne. Auf ihr erkennt man deutlich Aktivitäten wie Eruptionen und Sonnenflecken. Das sind von uns aus gesehen dunklere Stellen auf der Oberfläche, die weniger Licht abstrahlen. Das liegt an starken Magnetfelder.

Da die Sonne, Sterne allgemein, aus flukturierenden Gasen bestehen, kommt es zu unterschiedlichen Oberflächenbewegungen. So benötigen die äquatorialen Sonnengebiete etwa 25 Tage für eine Rotation und die polnahen Breiten 30 Tage.

Die Folgen sind Verzerrungen des Magnetfelds. Es entstehen lokale Feldbrüche, aus denen Materien in die Korona austritt. Dadurch kühlen sich diese Stellen ab und werden als dunklere Flecken erkennbar.

Als Korona bezeichnet man übrigens den Strahlenkranz der Sterne. Bei unserer Sonne beträgt sie je nach Aktivität zwischen ein bis zwei Sonnenradien. Gut sichtbar wird der leuchtende Strahlenkranz im interplanetaren Raum während einer Sonnenfinsternis. Von diesem Bild kommt auch der Name von dem lateinischen corona für Krone oder Kranz.

Alle sichtbaren Sterne sind Teil der Milchstraße

Mit dem bloßen Auge können von der Erde aus zwischen 2000 und 6000 Sterne beobachtet werden. Alle zu erkennenden Sterne gehören unserer Galaxie, der Milchstraße an. Zusammen mit 100 Milliarden schwächerer und nicht freiäugig zu erkennenden Sternen bilden wir ein helles Band über dem Nachthimmel. Und das ist die Ebene unserer Milchstraße.

Alle anderen Sterne außer der Sonne sind für genaue Beobachtungen wie die Entstehung der Sonnenflecke zu weit entfernt. Es gibt zwei relativ nahe Überriesen: Beteigeuze und Mira.

  • Beteigeuze

Beteigeuze ist ein sonnenähnlicher Riesenstern im Sternbild Orion. Er hat den 662fachen Durchmesser unserer Sonne und eine etwa 10.000mal stärkere Leuchtkraft. Sein Ende als Supernova, die nach Forschern auf etwa 1000 bis 100.000 Jahre angesetzt wird, wird über das gesamte Firmament zu sehen sein.

  • Mira

Mira hingegen ist ein Doppelstern im Sternbild Walfisch. Sie bildet sich aus Mira A ein Roter Riese und Mira B einem Weißen Zwerg. Dieser Doppelstern ist etwa 300 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Von wegen weiß: Sterne besitzen faszinierende Farben

Dass alle Sterne von uns aus gesehen, wirken wie kleine weiße Punkte, täuscht über ihre Vielfalt hinweg. Sterne variieren stark in Größe, Leuchtkraft und auch in ihren Farben. Viele veränderlichen Sterne leuchten rot, Arktur, Hauptstern im Bärenhüter, ist orange und Kapella, Hauptstern im Fuhrmann, strahlt gelblich.

Die Farben geben Astronomen Hinweise auf die unterschiedlichen Oberflächentemperaturen. Je nach Temperatur liegt das Strahlungsmaximum von Sternen bei verschiedenen Wellenlängen. Heiße Sterne strahlen im blauen und ultravioletten Bereich, kühle Sterne im roten und infraroten Bereich.

Mit Hilfe der Wellenlänge kann man Sterne in Spektralklassen unterscheiden. Doch diese sagen noch nichts über ihre Leuchtkraft und Größe aus. Die Unterscheidungen, die wir durch unsere Erforschung des Himmels treffen sind fast so unendlich fortzusetzen, wie der Sternenhimmel den Laien es schon vermuten lässt. Spannend bleibt, welche Geheimnisse sich wohl nie lüften lassen werden.

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(cho)