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Historiker Andreas Rödder: "Die CDU befindet sich in einer Phase programmatischer Erschöpfung"

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  • Der Historiker Andreas Rödder sieht die CDU in einer schwierigen Phase
  • Die Partei von Angela Merkel müsse das bürgerliche Lager wieder integrieren
  • Weitere Themen auf der Agenda der Konservativen seien nötig
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Der Mainzer Historiker Andreas Rödder sieht die CDU in einer „Phase programmatischer Erschöpfung“. Das sagte der Wissenschaftler, der selbst Mitglied der CDU ist, in einem Interview mit dem „Tagesspiegel".

Nicht nur vor dem Versöhnungsgipfel mit der CSU am Freitag sieht er Diskussionsbedarf, sondern die Partei stehe generell vor der Frage, ob sie nur die nächsten Wahlen oder auch die politische Zukunft gewinnen wolle.

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Überhöhung der Antidiskriminierung und Gleichstellungspolitik

Den Abwärtstrend der CDU macht Rödder auch an einer Überhöhung der Antidiskriminierung und Gleichstellungspolitik fest. Diese habe zum Teil „Züge einer repressiven Toleranz“ angenommen und das Entstehen der AfD sei auch eine Reaktion auf diese Entwicklung.

Für Merkel findet Rödder deutliche Worte. Die Kanzlerin habe die CDU „von oben“ modernisiert, ohne das bürgerliche Lager zu integrieren.

Eine Perspektive für die Christdemokraten sieht er darin, sich dieser Gruppe wieder anzunehmen.

Multireligiöse und multikulturelle Öffnung der CDU

Außerdem hält der Historiker weitere Themen auf der Agenda der Konservativen für notwendig.

Dazu zähle der Nachteilsausgleich für Familien, eine Bildungspolitik, die auf Chancengerechtigkeit abziele, sowie eine multireligiöse und multikulturelle Öffnung, ohne dabei die politische und nationale Identität zu verlieren.

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