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Kirche: München ist das reichste Erzbistum Deutschlands

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MUNICH CHURCH
Das Erzbistum München hat seine Finanzen offengelegt | daniel reiter via Getty Images
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  • Kirchen-Finanzen sollen transparenter werden
  • Erzbistum München legt Zahlen offen
  • Fast sechs Milliarden Euro gehören der Kirche in München - theoretisch

Wie reich ist das Erzbistum München? Zum ersten Mal gibt es darauf am Montag eine Antwort darauf. Das Bistum hat nun nämlich sein Vermögen bewertet und ist auf fast sechs Milliarden Euro gekommen. Ein Spitzenwert in Deutschland.

Bisher galten Paderborn (rund vier Milliarden Euro Vermögen) und Köln (3,4 Milliarden Euro) als die reichsten Bistümer. Jetzt konkurriert München sogar mit Chicago (USA) um den Titel der reichsten Diözese der Welt.

Jahresabschluss des Erzbistums München macht Vermögen deutlich

Nach dem Finanzskandal um den damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hatten sich etliche der 27 katholischen Diözesen in Deutschland entschieden, mit den Finanzen transparenter umzugehen. So auch München.

Den Wert Hunderter kirchlicher Gebäude, Grundstücke, Kunstgegenstände, Verträge, Anlagen und Kapitalrücklagen hat das Erzbistum erstmals in einem Jahresabschluss aufgelistet.

Die Bilanzsumme beträgt demnach 3,3 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon sind Immobilien und andere Sachanlagen im Wert von 1,3 Milliarden Euro; hinzu kommen Finanzanlagen von 1,5 Milliarden Euro und liquide Mittel von 440 Millionen Euro.

Viel Geld ist in Stiftungen angelegt

Doch über einen großen Teil der Summe kann die Kirche in München nicht direkt verfügen. Sie hat die Kirche Stiftungen zugewiesen, die dem direkten Zugriff des Erzbistums entzogen sind und von unabhängigen Experten kontrolliert werden.

Die Erträge dürfen nur zweckgebunden für Seelsorge, Wohlfahrtspflege und Bildung verwendet werden, wie Generalvikar Peter Beer am Montag in München betonte.

Milliarden-Vermögen in München - "arm ist ein relativer Begriff"

Für den Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx ist das Endergebnis trotzdem heikel. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gehört zu den engsten Beratern des Papstes und koordiniert den Wirtschaftsrat im Vatikan. Franziskus fordert dabei immer wieder eine "arme Kirche für die Armen".

Arm sei "ein relativer Begriff", sagte Beer. "Diese Möglichkeiten, die wir haben, sind kein Selbstzweck, dass wir uns das möglichst schön und bequem machen, sondern dass wir unseren Auftrag erfüllen." Das Erzbistum unterstütze die kirchlichen Hilfswerke in den Entwicklungsländern und setze sich insbesondere für das Partnerland Ecuador ein.

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(lk)