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Magnete gegen die Umwelt-Katastrophe: Forscher entwickeln Methode, um Öl aus dem Meer zu filtern

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SEA ANIMALS
Magnetische Nano-Partikel könnten tausenden Meerestieren das Leben retten. | Henrik Sorensen via Getty Images
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  • 6000 Tonnen Öl landen jedes Jahr im Meer
  • Die zähe Flüssigkeit kostet tausende Meeresbewohner das Leben und bringt ein ganzes Ökosystem ins Wanken
  • Forschern könnte nun ein spektakulärer Durchbruch gelungen sein

Es ist ein langsamer und grausamer Tod: Kommt ein Meerestier mit zu viel Öl im Meer in Kontakt, verklebt das Gefieder oder das Fell und verliert die isolierende Schutzschicht. Das Tier kühlt aus und stirbt.

6000 Tonnen der tödlichen Masse landen jedes Jahr im Meer. Tausende Meeresbewohner sind so in den vergangenen Jahren ums Leben gekommen.

Wissenschaftler suchen daher nach Wegen, das Meer von dem tödlichen Öl zu befreien, das nicht nur seine Bewohner, sondern ein ganzes Ökosystem massiv bedroht.

Forschern aus Australien könnte nun der Durchbruch gelungen sein. Laut dem Onlineportal “New Scientist” haben Yi Du und sein Team von der University of Wollongong eine Technik entwickelt, mit der sie die Öltröpchen magnetisch aufladen und einfach aus dem Wasser ziehen können.

"Schiffe können dann übers Meer fahren und die Ölteilchen einsammeln"

Sie fügten einem mit Öl verseuchten Wassertank Eisenoxid-Partikel bei und konnten beobachten, wie sich das Öl in eine magnetisch aufgeladene Flüssigkeit verwandelte. Diese konnten die Forscher anschließend mit einem herkömmlichen Stabmagnet aus dem Wasser holen.

pelican oil water
Ein Pelikan über und über mit Öl bedeckt - Die Entdeckung der Forscher könnte schreckliche Szene wie diese in Zukunft vermeiden; Bild: Reuters

Die Forscher sind optimistisch, dass ihre Methode auch in größeren Wassermengen funktionieren kann.

Die 25 Nanometer großen Eisenoxid-Teilchen könnten sowohl leichtere Öl-Ablagerungen an der Meeresoberfläche entfernen als auch schwerere, die an den Grund abgesunken seien, sagte Du gegenüber dem “New Scientist”. “Dann könnten mit kleinen Magneten ausgestattete Schiffe übers Meer fahren und das Öl einsammeln.”

Die beigefügten Partikel sind laut den Wissenschaftlern nicht umweltschädlich. “Eisenoxid-Nanopartikel werden bei bildgebenden Verfahren in der Medizin bereits eingesetzt. Daher wissen wir, dass sie ungefährlich sind”, erklärte Du.

"Schiffe können dann übers Meer fahren und die Ölteilchen einsammeln

In der Theorie klingt die Entdeckung der Australier, als könnte sie eine bahnbrechende Verbesserung bewirken. Doch wie vielversprechend ist sie in der Praxis tatsächlich?

Nach Einschätzung von Chemie-Professor Orlin Velev von der North Carolina State University in Raleigh ist der Erfolg der Methode noch schwer einzuschätzen. “Die Schlüsselfrage wird sein, ob die Öltröpfchen effizient und in ihrer Gänze eingesammelt werden können”, sagte er dem Onlineportal.

Bevor Du und sein Team die magnetischen Nanopartikel im offenen Meer zum Einsatz bringen, wollen sie ihr Verfahren nun zunächst in größeren Wassertanks testen.

Methode könnte Riesen-Umweltkatastrophe stoppen

Sollten die Forscher damit weiterhin Erfolg haben, könnte das nicht nur tausenden Meerestieren das Leben retten, sondern ein ganzes Ökosystem wieder ins Gleichgewicht bringen und damit eine riesige Umweltkatastrophe daran hindern, sich weiter auszubreiten.


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