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Brexit-Umfrage: Mehrheit der Europäer will die Briten in der EU behalten

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GREAT BRITAIN
Eine Brexit-Unterstützerin bei einer Demonstration in London | Getty
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  • Laut einer Studie wünscht sich eine knappe Mehrheit der Kontinentaleuropäer, dass Großbritannien in der EU bleibt
  • Besonders Polen und Deutsche fürchten sich vor den Folgen eine Brexits
  • In einem Land haben die Briten allerdings wenig Freunde

Am Donnerstag fällt die Entscheidung. Dann werden die Briten ihr Referendum über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union abhalten.

Der Rest Europas hat sich bereits entschieden. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung mit dem Titel "Bleibt doch", wünscht sich eine Mehrheit der EU-Bürger außerhalb Großbritanniens, dass die Briten in der Europäischen Union bleiben.

Mehr als die Hälfte der Kontinentaleuropäer ist gegen einen Brexit

Mit 54 Prozent spricht sich allerdings nur etwas mehr als die Hälfte dafür aus. Rund jeder Fünfte will, dass die Briten die Staaten-Gemeinschaft verlassen. Auffallend nach Meinung der Forscher ist, dass 25 Prozent nicht wissen, welchen Standpunkt sie bei dieser Frage einnehmen sollen.

Zwischen den einzelnen Ländern gibt es große Unterschiede. Am wenigsten Freunde scheint Großbritannien in Frankreich zu haben. Hier findet sich der größte Prozentsatz von Brexit-Befürwortern unter allen europäischen Ländern. Nur 41 Prozent der Franzosen erklärten, es wäre ihnen lieber, wenn die Briten EU-Mitglied blieben.

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Auch Gegner des Brexits blieben bei einem Austritt des Vereinigten Königreichs gelassen. Auswirkungen für ihr eigenes Land befürchten nur wenige: Über zwei Drittel der befragten EU-Bürger erwarten keine Konsequenzen.

"Auch wenn vielen Bürgern ihre Alltagssorgen näher sind als die Wahlergebnisse aus London - ein Austritt Großbritanniens wäre ein Verlustgeschäft für alle Europäer", sagte Aart de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Konsequenzen für die EU als Ganzes aber befürchten deutlich mehr EU-Bürger. 45 Prozent der Befragten außerhalb Großbritanniens erwarten, dass sich die Lage der Union durch einen Austritt Großbritanniens verschlechtern würde. 45 Prozent gehen von einer wirtschaftlichen Schwächung aus. 26 Prozent sehen einen Machtverlust der EU ohne die Briten.

Deutsche und Polen haben besonders viel Angst vor dem Austritt

Dabei lohnt sich ein Blick in die einzelnen Länder. 51 Prozent der Polen und 48 Prozent der Deutschen machen sich Sorgen um die Konsequenzen eines möglichen Brexits für die EU. Franzosen, Spanier und Italiener sind da deutlich gelassener. Eine Mehrheit in diesen Ländern sieht keine negativen Auswirkungen.

Laut der Studie haben Alter und Wissen der Befragten wenig Einfluss auf die Meinung zum möglichen Brexit. Entscheidend sei die Grundeinstellung zur EU.

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Mit 72 Prozent wünscht sich eine große Mehrheit der EU-Fans den Verbleib der Briten. Bei den Europaskeptikern sind es nur 30 Prozent. In dieser Gruppe aber gibt es nach Ansicht der Bertelsmann-Forscher eine Überraschung.

Nur 38 Prozent der EU-Kritiker wünschen sich den Austritt des Königreichs. Mit 32 Prozent wissen fast ebensoviele der Skeptiker nicht, was sie sich wünschen.

In Großbritannien selbst haben die Gegner eines EU-Austritts in der letzten Umfrage wieder an Boden gutgemacht. Einer Befragung im Auftrag der "Mail on Sunday" zufolge gaben 45 Prozent der Befragten an, sie würden für einen Verbleib ihres Landes in der EU stimmen. Nur 42 Prozent befürworteten demnach einen Brexit, also einen EU-Austritt.

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