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Diese Berliner Matheprüfung empört Lehrer in ganz Deutschland

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SCHULE
War die diesjährige Mathematikprüfung in Berlin zu leicht? | dpa
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  • Die zentrale Mathematikprüfung in Berlin soll dieses Jahr zu leicht ausgefallen sein
  • In einem Bericht des "Tagesspiegels" äußerten Lehrer ihren Unmut
  • Eine bestimmte Aufgabe soll auf dem Niveau der "dritten Klasse" gewesen sein

"Pillepalle": Mit diesem drastischen Wort beschreibt der Konrektor einer Berliner Sekundarschule die Aufgaben der diesjährigen zentralen Mathematikprüfung im Gespräch mit dem "Tagesspiegel".

Nicht nur die Kollegen, auch die Zahlen geben dem Mann Recht: Die Anzahl der Schüler mit einer Fünf oder Sechs sei im Vergleich zum letzten Jahr drastisch gesunken – teilweise um bis zu 40 Prozent, heißt es im Bericht der Zeitung weiter. Dafür habe es deutlich mehr Zweien gegeben als noch im Vorjahr.

Unter anderen Umständen wäre diese Nachricht eine positive. Doch die Ergebnisse lassen sich wohl leider nicht etwa auf eine bessere Prüfungsvorbereitung, sondern auf "eine große Anzahl einfacher Aufgaben" zurückführen, wie die Berliner Mathematiklehrerin Carola Hoppe gegenüber dem Blatt bestätigte.

"Auf dem Niveau der dritten Klasse"

Besonders diese Aufgabe sorgte für erregte Gemüter: Die Schüler der 10. Klasse sollten aus den Ziffern 2,3 und 6 "die größte dreistellige Zahl, die aus diesen Ziffern gebildet werden kann" aufschreiben (Ergebnis: 632) - eine Aufgabe auf dem Niveau der dritten Klasse, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Dies sorgte scheinbar nicht nur im Lehrerzimmer für dicke Luft. "Manche Schüler haben sich veralbert gefühlt", sagte Hoppe dem Blatt.

Der bayerische Realschullehrerverband teilte mit, dass eine derartige Abschlussprüfung an bayrischen Realschulen "undenkbar" sei. Viele Aufgaben lägen "maximal auf dem Niveau der siebten Klasse".

Bildungsverwaltung wies Vorwürfe zurück

Die Bildungsverwaltung wies die Vorwürfe zurück. Die Aufgaben seien wie immer "vorab pilotiert" worden. Eine signifikante Häufung einfacher Aufgaben sei dabei nicht beobachtet worden, zitiert die Zeitung die Behörde weiter.

In Bezug auf die "Drittklässler"-Aufgabe hieß es: "In prüfungsdidaktischer Hinsicht könne angezeigt sein, durch eine einfache einführende Fragestellung die Aufmerksamkeit der Schüler auf bestimmte Gesichtspunkte zu lenken, die für die folgende Bearbeitung der folgenden Aufgaben wichtig sind". Hmmm.

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(LM)