Huffpost Germany

"Säbelrasseln": Steinmeier löst mit Nato-Kritik Krach in der Koalition aus

Veröffentlicht: Aktualisiert:
STEINMEIER
Außenminister Frank-Walter Steinmeier | Axel Schmidt / Reuters
Drucken
  • SPD-Außenminister Frank-Walther Steinmeier bezeichnete Nato-Manöver in Osteuropa als "Säbelrasseln"
  • Er forderte, beim Umgang mit Russland auf einen Dialog zu setzen
  • Bei Koalitionspartner CDU stoßen diese Worte auf Unverständnis.

Außenminister Frank-Walther Steinmeier löst mit seiner Kritik an Nato-Manövern in Osteuropa einen Koalitionskrach aus.

Der SPD-Mann hatte in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" zum Dialog mit Russland aufgerufen. Angesichts der letzten Nato-Manöver im Baltikum und in Polen warnte er vor einer Eskalation.

"Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen. Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt. Wir sind gut beraten, keine Vorwände für eine neue, alte Konfrontation frei Haus zu liefern."

"Steinmeier sollte es einfach sein lassen"

Diese Worte kamen beim Koalitionspartner CDU nicht gut an. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat die Nato-Kritikscharf zurückgewiesen.

"Er warnt vor lautem Säbelrasseln und Kriegsgeheul. Wen meint der Außenminister mit diesem ungeheuerlichen Vorwurf?", sagte der CDU-Außenpolitiker "Spiegel online".

"Er mahnt zu Dialogbereitschaft. Wer bestreitet das im Ernst?" Röttgen warf Steinmeier vor, sich über die Russland-Frage innerparteilich und innenpolitisch profilieren zu wollen. "Er hat das gar nicht nötig und sollte es einfach sein lassen."

"Baltische Staaten sind nicht durch Russland bedroht"

Rückendeckung erhielt Steinmeier dafür vom Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. "Die baltischen Staaten sind nicht tatsächlich durch Russland bedroht, sie fühlen sich bedroht", sagte Trittin "Spiegel online".

Der Kurs der Nato sei deshalb fragwürdig. Vor allem die Truppenübung "Anakonda" in Polen, an der 31. 000 Soldaten aus 24 Ländern teilnahmen, war in Russland auf Kritik gestoßen.

Doch auch bei der Nato löste das Manöver unter Führung Polens Entsetzen aus. Es sei "viel zu plump auf Russland gemünzt" und "zu dick aufgetragen", sagte man im Hauptquartier dem "Spiegel"-Journalisten Matthias Gebauer.

Mit Material der dpa

Auch auf HuffPost:

„ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun“ - Ein Experte findet klare Worte

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.