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SPD-Chef Gabriel sucht Koalition im Mitte-Links-Lager

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  • Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fordert ein Zusammenstehen der Mitte-Links-Parteien
  • Die Parteien müssten "Eitelkeiten und Spaltungen" überwinden
  • Aus dem Lager der Linken kommen überwiegend wohlwollende Reaktionen
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

SPD-Chef Sigmar Gabriel will mögliche Regierungsbündnisse für die Bundestagswahl im kommenden Jahr ausloten. In einem Gastbeitrag für den "Spiegel" fordert einen Schulterschluss der Mitte-Links-Parteien im Kampf gegen erstarkende rechte Kräfte.

Die Mitglieder des Parteienspektrums müssten sich besinnen, "um ihren notorischen Missmut, ihre Eitelkeiten und Spaltungen zu überwinden", mahnte Gabriel. "Deutschland braucht jetzt ein Bündnis aller progressiven Kräfte." Linke-Politiker reagierten verhalten bis wohlwollend auf den Vorstoß.

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Göring-Eckardt: Positionen statt Bündnisse

Gabriel hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass er seine Partei mit einem Mitte-Links-Kurs stärker vom Koalitionspartner Union abgrenzen will. Der Kurs allerdings kommt nicht bei jedem gut an: "Mir wäre es lieber, Sigmar Gabriel würde sagen, um welche Politik es geht, anstatt um welche Bündnisse", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der "Süddeutschen Zeitung" und fügte hinzu: "Wer den Kampf gegen rechte Populisten aufnehmen will, der muss klar und eindeutig Position beziehen."

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reagierte offen. "Eine Regierung diesseits der Union ist möglich und nötig", sagte er der "Bild am Sonntag". "Voraussetzung ist, dass die Beteiligten einander respektieren und aushalten. Eine progressive Agenda muss soziale Sicherheit und innere Sicherheit verbinden."

Ähnlich positiv bezog der Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, Stellung: "Sigmar Gabriel hat recht, der Kampf gegen die Rechtsentwicklung in Deutschland fordert alle Mitte-links-Parteien heraus", sagte er der "Süddeutschen". Zuallererst aber brauche es "eine soziale Offensive, um schreiende Ungerechtigkeit wie Kinderarmut zu beseitigen".

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