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Bürgermeister von Monheim will Bauland für zwei Moscheen verschenken

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ZIMMERMANN
Darum will Monheims Bürgermeister Zimmermann zwei neue Moscheen in seiner Stadt | Rathaus Monheim
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  • Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann kündigte an, städtische Grundstück an islamische Gemeinden zu vergeben
  • Damit setzt er ein Signal der Offenheit
  • Dennoch schlägt ihm teils harsche Kritik entgegen

Es ist ein Zeichen der Offenheit, ein Signal gegen rechte Hetzer: Daniel Zimmermann, der Bürgermeister der Stadt Monheim am Rhein im nordrhein-westfälischen Landkreis Mettman, will zwei islamischen Gemeinden kostenlos Grundstücke für den Bau von Moscheen überlassen. Das Bauland habe einen Wert von rund 850.000 Euro, sagte Zimmermann.

Die zu erwartende Reaktion kam rasch: Dem Bürgermeister schlug ein Shitstorm aus den sozialen Medien entgegen. Doch Zimmermann will der Kritik mit konstruktiven Argumenten entgegentreten.

Keine Angst vor dem Islam

Zimmermann hat die Attacken gegen ihn dokumentiert, eine liest sich folgendermaßen: "Warum fördern Sie die Vielweiberei, Kinderheirat und Unterdrückung der Frau in den islamischen Gemeinden?"

"Die von Ihnen befürchtete ,Vielweiberei, Kinderheirat und Unterdrückung der Frau' schließe ich für unsere beiden islamischen Gemeinden aus", zitiert "Die Welt" die Antwort des Bürgermeisters. Beide Religionsgemeinschaften mussten sich zu zu Verfassungstreue und Toleranz verpflichten.

Auf den Vorwurf, er würde sich zum "Handlanger des Islam" machen, entgegnet er: "Schließlich ist jeder Bürgermeister doch irgendwie auch ein Handlanger seiner Stadt und der Menschen, die dort leben. Mein Ziel ist es, dass sich alle Einwohner im Rahmen der geltenden Gesetze so entfalten können, wie sie es möchten."

Auch dem ebenso obskuren Vorwurf, er würde deutsches Land an an Muslime verschenken, kann Zimmermann nichts abgewinnen. Beide Gemeinden seien rechtmäßig eingetragene Vereine.

"Eine Überlassung unter Auflagen"

Zudem stellt der Bürgermeister klar, dass es sich bei der Grundstücksüberlassung ausdrücklich nicht um eine Schenkung handle, denn die beiden Gemeinden könnten damit nicht machen, was sie wollten. "Es ist eine Überlassung unter Auflagen", sagte Zimmermann. Es gehe darum, die beiden islamischen Gemeinden "aus den Hinterhöfen raus zu holen".

Die geplanten Auflagen sehen unter anderem vor, dass zum Beispiel die Minarette höchstens 20 Meter hoch sein dürfen. Das Bauland darf ohne Zustimmung der Stadt auch nicht an Dritte übertragen werden. Werden die Auflagen nicht eingehalten, gehen die Grundstücke zurück an die Stadt.

"220 Millionen Euro im Plus"

Daniel Zimmermann, der der örtliche Partei Pato angehört, wurde im Jahr 2009 mit gerade einmal 27 Jahren zum jüngsten Bürgermeister Nordrhein-Westfalens gewählt.

Einen Namen machte sich der Politiker vor allem als Sanierer: “2011 hatte Monheim noch 220 Millionen Euro Schulden. Heute sind wir 220 Millionen Euro im Plus”, sagte Zimmermann im März im Gespräch mit der Huffington Post.

Mit Material der dpa.

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