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Überraschender EM-Hit: Wird Max Giesinger der neue Andreas Bourani?

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Singer-Songwriter Max Giesinger trifft mit

Singer-Songwriter Max Giesinger (27) feiert einen großen Erfolg: Mit "80 Millionen" hat er einen überraschenden EM-Hit vorgelegt. Tritt er in die Fußstapfen von Andreas Bourani? Parallelen gibt es. Die größte Gemeinsamkeit der beiden Musiker: Sie sind beide durch die Schule einer Musik-Castingshow gegangen. Andreas Bourani (32) nahm bereits 2003, damals noch unter dem Namen Andreas Stiegelmair, in der mäßig erfolgreichen ZDF-Show "Die Deutsche Stimme" teil, Max Giesinger (27) schaffte es 2011 bis ins Finale von "The Voice Of Germany" und belegte den vierten Platz. Beide versuchten sich früh vom oft zweifelhaften Image eines Castingshow-Künstlers zu lösen.

Weitere Übereinstimmung in der Vita: Der wirklich große Erfolg stellte sich erst durch den Fußball ein. Giesingers Debüt-Album "Laufen lernen", welches 2014 durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wurde, war nicht gerade erfolgreich und Bouranis Zweitwerk "Hey" (2014) erhielt erst durch den Erfolg von "Auf Uns" während der WM 2014 den nötigen Auftrieb, um zu einem Mehrfach-Platin-Erfolg aufzusteigen. Davon ist Giesinger zwar noch weit entfernt - ganz vorne in den Charts zu landen, hat er mit "80 Millionen" aber bereits geschafft. Und das, obwohl die Konkurrenz mit Künstlern wie Mark Forster, David Guetta und Herbert Grönemeyer hart ist.

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Ursprünglich Liebes-Lied

Dabei war "80 Millionen" in seiner ursprünglichen Fassung ein klassisches Liebeslied. Es geht um die Suche nach der berüchtigten Nadel im Heuhaufen. Unter Deutschlands 80 Millionen Einwohnern fast schon so etwas wie ein Glücksspiel. Für die Europameisterschaft hat der leidenschaftliche Fußball-Fan den Text etwas umgeändert: "Es wird nicht leicht, aber ihr schafft das schon, denn ihr seid nicht alleine - hinter euch stehen 80 Millionen", feuert Giesinger beispielsweise "La Mannschaft" an und trifft damit offenbar den Geschmack der Fußball-Fans.

Was macht einen EM-Hit aus?

Kein Wunder, denn der Song hat alle Zutaten, die es braucht, um ein waschechter EM-Hit zu sein. Er beschwört glaubhaft das berüchtigte Wir-Gefühl herauf, vermittelt die richtigen Emotionen und - vielleicht das wichtigste Kriterium - ist auch volltrunken noch mitsingbar. Etwas, das Herbert Grönemeyer (60, "Mensch") und Felix Jaehn (21, "Ain't Nobody") mit ihrem Beitrag "Jeder für Jeden" nicht erreichen. Hinzu kommt, dass Giesinger die Tour durch die Fan-Meilen gerade erst antritt und dadurch sicherlich noch mehr Fans hinzugewinnt. Beim letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft am 19. Juni wird er live auf der größten Fan-Meile Deutschlands in Berlin performen.