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Sie sah einen weinenden Mann an der Tankstelle - auf seinem Rücksitz entdeckte sie den Grund

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MANN WEINT
Sie sah einen weinenden Mann an der Tankstelle - auf dem Rücksitz seines Autos entdeckte sie den Grund | Facebook
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Wenn es anderen Menschen schlecht geht, kann unsere Gesellschaft eines besonders gut: Wegsehen.

Doch als sich die Amerikanerin Nicole Marie Heintz im März 2016 mit dem Leid eines fremden Mannes konfrontiert sah, entschied sie sich zu handeln - und der Tag nahm einen ungewöhnlichen Verlauf.

Auf Facebook teilte sie diese rührende Geschichte

"Auf dem Weg zur Arbeit hielt ich an der Tankstelle an. Als ich an der Zapfsäule anhielt, sah ich einen Mann mittleren Alters, der weinend vor einer anderen Zapfsäule stand. Ich fragte mich, was ihm wohl widerfahren war und als ich ausstieg und ihm in die Augen sah, hatte ich das Gefühl, mein Herz würde aufhören zu schlagen.

Hier in Apple Valley, Minnesota hatte es an diesem Tag minus 12 Grad – und es ging ein eisiger Wind. Doch der Mann trug lediglich löchrige Socken und Flip-Flops. Ich sah in sein Auto: Seine Frau bedeckte ihr Gesicht mit den Händen und auf dem Rücksitz kauerten zwei Mädchen im Teenageralter, die sich unter eine Decke gekuschelt hatten, um sich zu wärmen. Ich dachte keine Sekunde lang nach, sondern fragte den Mann direkt, was passiert sei.

Er konnte seine Tränen nicht zurückhalten

Er sah mich an und sofort wurde mir klar, dass der Mann kurz vor dem Aufgeben war: Er konnte seine Tränen nicht zurückhalten, als er sagte: "Ich kann nicht für meine Familie sorgen." Ohne nachzudenken, nahm ich meine Kreditkarte und sagte dem Mann, dass er volltanken sollte.

Er war so schockiert, dass er kurz zu vergessen schien, wie man tankte. In diesem Moment kam seine Frau aus dem Auto und fragte, was los sei. Als ihr Mann erklärte, was passiert war, schüttelte sie mir dankbar die Hand. Ich sah, dass sie schmutzige und zerlöcherte Kleidung trug.

In dieser Woche hatte ich meinen Kleiderschrank aussortiert und die alte Kleidung lag auf meinem Rücksitz. Ich war noch nicht dazu gekommen, sie zur Kleiderkammer zu bringen. Ich nahm die Frau mit zu meinem Auto und sagte ihr, dass sie sich nehmen könne, was immer sie wolle.

Daraufhin RANNTE sie zurück zu ihrem Auto. Ich hatte kurz Angst, dass ich sie beleidigt hatte, aber kurz darauf kamen die Frau und ihre beiden Töchter zurück und wühlten aufgeregt zwischen meinen Jacken, Jeans und T-Shirts. Sie zogen sich sofort meine Sachen über ihre dünne Kleidung.

Als der Vater mit dem Tanken fertig war und zu uns herüber kam, waren inzwischen mehr Leute auf die Familie aufmerksam geworden. Und dann passierte etwas Wunderschönes: Ein Mann schenkte der Familie einen Gutschein und ein anderer gab dem Vater seine eigene Jacke.

In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Menschen gesehen, die so freundlich zu einer fremden Familie waren. Aber dieser Tag gab mir Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Liebe ansteckend sein kann."

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(sho)