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Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind unter Schlafstörungen leidet, könnte das der Grund sein

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Wenn du glaubst, dass dein Kind schlecht schläft, liegt es vermutlich an dir | Tara Moore via Getty Images
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Eine neue Studie fand heraus, dass Eltern, die selbst unter Schlafproblemen leiden, mit höherer Wahrscheinlichkeit dazu neigen, die Schlafstörungen ihrer Kinder überzubewerten.

Eltern, die sich über die Schlafgewohnheiten ihrer Kinder Sorgen machen, sollten in den Spiegel schauen: Eine neue finnische Studie fand heraus, dass Eltern, die selbst Schlafprobleme haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit dazu neigen, die Schlafstörungen ihrer Kinder überzubewerten.

Die Forscher verglichen die Schlafqualität der Kinder basierend auf Erzählungen der Eltern mit der objektiven Schlafqualität aufgrund der Messungen eines Schlafanalysegeräts. Die Datenauswertung ergab, dass es dabei in den Fällen, in denen die Eltern selbst unter Schlafstörungen leiden, zu Diskrepanzen kommt.

Schlafqualität ist vererbbar

Die schlechten Schlafgewohnheiten der Eltern sind die Ursache für über ein Drittel der festgestellten Abweichungen zwischen der angeblich schlechten Schlafqualität der Kinder laut Elternbericht und der tatsächlich erfassten Schlafqualität der Kinder.

Am Anfang der Studie baten Forscher die Eltern von 100 Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren, zwei Fragebögen auszufüllen — einen zur Schlafqualität ihres Kindes und einen zu den eigenen Schlafgewohnheiten. Dann händigte man ihnen sogenannte Aktigraphen aus, d.h. armbanduhrähnliche Armbänder zur Erfassung des Anteils nächtlicher körperlicher Betätigung zwecks Herausarbeitung von Schlafmustern. Ihre Kinder sollten sie eine Woche tragen.

Die Aktigraphen erfassten die Vorgänge im Schlaf wie beispielsweise den Widerstand gegen das Einschlafen, die tatsächliche Schlafdauer im Vergleich zu der im Bett verbrachten Zeit sowie den Anteil der körperlichen Betätigung während der gesamten Schlafphase, sodass sie eine ziemlich akkurate Erfassung der Phasen von Ruhelosigkeit im Schlaf lieferten, erklären die Autoren der Studie.

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Die Forscher fanden heraus, dass, obwohl Eltern mit Schlafstörungen mit höherer Wahrscheinlichkeit von Schlafstörungen ihrer Kinder berichteten, die Schlafqualität dieser Kinder laut Aufzeichnung der Erfassungsgeräte in der Tat nicht viel schlechter war.

Die Forscher weisen darauf hin, dass viele Studien, die sich mit dem Schlaf von Kindern befassen, sich auf Angaben aus zweiter Hand stützen. Es ist wichtig, bei zukünftigen Studien zu berücksichtigen, dass Eltern nicht die verlässlichste Quelle für die Erfassung (und die Diagnose) von Schlafstörungen bei Kindern sind, betont Marko Elovainio, Autor der Studie und Psychologieprofessor an der Universität Helsinki, gegenüber der Huffington Post.

„Objektive Messkriterien sollten ebenfalls eingesetzt werden“, sagt er.

Die Erkenntnisse sind beachtenswert für alle, die Schlafstörungen von Kindern behandeln und für jeden, der eine Behandlungsmöglichkeit für seine Kinder sucht, sagt Elovainio.

„Müde Eltern neigen unbewusst dazu, die Schlafprobleme ihrer Kinder übertrieben darzustellen, was zu unangebrachten Maßnahmen führen könnte“, erklären die Autoren der Studie. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass es hilfreich ist, auch die Eltern selbst nach ihren Schlafgewohnheiten zu fragen, wenn es um die Behandlung von Schlafstörungen der Kinder geht.

Dieser Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Dr. Sirmula Halkiopoulou aus dem Englischen übersetzt.

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