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Diese App ermöglicht es uns allen, Flüchtlingen in Seenot zu helfen

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FLUECHTLINGE BOOT
Über 10.000 Menschen ertranken auf der Flucht im letzten Jahr im Mittelmeer | Getty
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UPDATE: Die App hat sich als Betrug herausgestellt. Die Macher der App mussten einräumen, dass keine Live-Satelliten-Bilder verwendet worden seien.

Seit 2014 sind laut Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken - oder gelten seither als vermisst.

Das Problem: Die Dramen spielen sich oftmals irgendwo auf hoher See ab, mitten in der Nacht - und außerhalb der Sichtweite von Helfern und Rettungsteams.

Wenn mehr Augen das Mittelmeer bewachen würden, dann könnten mehr solcher Unglücke verhindert werden. Genau das ist die Idee hinter einer neuen App, die sich momentan noch in der Testphase befindet.

Mit "I SEA" kann jeder Flüchtlinge aus Seenot retten

Die Applikation mit dem passenden Namen "I SEA" soll es in Zukunft für Nutzer überall auf der Welt möglich machen, das Mittelmeer zu überwachen - und mit einem Klick einen Alarm auszulösen, um Hilfskräfte auf in Seenot geratene Schiffe aufmerksam zu machen. Davon berichtete Huffington Post USA.

i sea

Das System dahinter: Jedem Nutzer wird ein kleiner Bereich des Mittelmeers zugewiesen, dessen Satellitenbilder dann auf dem Smartphone bewacht werden können.

Entdeckt man eine verdächtige Bewegung im eigenen Bereich, lässt sich ein Alarm auslösen. Die zuständigen Rettungskräfte der Migrant Offshore Aid Station (MOAS) in Malta können das Bild dann überprüfen - und im Notfall ihren Einsatz eintreten.

Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr Fläche kann überwacht werden

"Je mehr Menschen sich für die App interessieren, desto größere Bereiche des Meers können wir überwachen", sagte Ian Ruggier von MOAS im Interview mit der Thomas Reuters Foundation.

"So kann jeder einzelne von uns dabei helfen, Menschenleben zu retten. Wie erfolgreich das Ganze ist, wird davon abhängen, wie erfolgreich die App ist", so Ruggier weiter.

Über 12.000 Menschenleben gerettet

Die Stiftung MOAS, die 2014 gegründet wurde, konnte laut Website bereits über 12.000 Menschen in Seenot retten. Zur Überwachung des Mittelmeers benutzt die Organisation seit einiger Zeit auch Drohnen.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex rechnet dieses Jahr mit einem Zustrom von 300.000 Migranten per Boot über die zentrale Mittelmeerroute in die Europäische Union.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben des Frontex-Direktors Klaus Roesler bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel. "Wir gehen von 10.000 Ausreisen pro Woche aus Libyen aus", zitiert das Blatt den Frontex-Beamten.

Chaos in Lybien

Denn Libyen, das seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi 2011 im Chaos versunken ist, ist zum Tor vieler afrikanischer Migranten nach Europa geworden. Rivalisierende Regierungen kontrollierten bis zuletzt jeweils den Osten und Westen des Landes.

Ob eine von den UN unterstützte Regierung sie vereinen kann, muss sich noch zeigen. Unterschiedliche Milizen bekämpfen einander - und mittendrin hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) breitgemacht.

Doch solange sich die Lage nicht stabilisiert, werden Menschenschmugglern inmitten des Chaos weiterhin ein millionenschweres Geschäft machen.

An den Stränden Libyens verfrachten sie Migranten in klapperige Holz- und Schlauchboote. Einige hundert oder tausend Dollar pro Person kostet die gefährliche Überfahrt nach Italien.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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Mit Material von dpa