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WHO: Kaffee doch nicht krebsfördernd - außer ihr trinkt ihn sehr heiß

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Kaffee an sich gilt nicht mehr als krebsfördernd | PeopleImages via Getty Images
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  • Neuer WHO-Bericht: Kaffee ist nicht krebsfördernd
  • Außer ihr trinkt ihn zu heiß
  • Kaffee-Unterschiede wurden dabei nicht berücksichtigt

Kaffee - mal gilt er als gesund, mal als schädlich. Doch was stimmt eigentlich? Eine Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich mit Kaffee mal näher auseinandergesetzt - und sieht keine Belege für ein erhöhtes Krebsrisiko durch das Heißgetränk.

Ganz im Gegenteil: Es gebe sogar Hinweise darauf, dass das Getränk die Gefahr für zwei Tumorarten senke. Das schreibt die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) in ihrem am Mittwoch vorgelegten Bericht.

Sehr heißen Kaffee vorsichtig genießen

Trotzdem sollte man den frisch aufgebrühten Kaffee mit Bedacht genießen: Denn der Genuss sehr heißer Getränke erhöhe wahrscheinlich die Gefahr für Speiseröhrenkrebs, heißt es in dem Bericht weiter.

Dies gelte vermutlich ab Temperaturen über 65 Grad Celsius, sagte der IARC-Epidemiologe Dana Loomis. In Europa sei der Genuss so heißer Getränke aber nicht üblich.

Mehr zum Kaffee: 10 Gründe, warum er gesund ist

500 Studien für Kaffee-Bericht ausgewertet

Für den Bericht wertete eine Arbeitsgruppe die bestehende Fachliteratur aus. Allein für Kaffee sichteten die 23 Experten laut Loomis etwa 500 Ernährungsstudien mit Menschen und ähnlich viele Tier- und Laborversuche. Dabei sollte man anmerken: Tests an Tieren oder Zellkulturen sind nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar.

Und auch Erhebungen mit Menschen sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn Menschen reagieren unterschiedlich auf Koffein - je nachdem, ob sie den Wirkstoff langsamer oder schneller abbauen. Und auch die Lebensweise ist wichtig.

So hat die IARC Kaffee im Jahr 1991 als möglicherweise krebserregend eingestuft. Grundlage waren damals Studien, die eine Verbindung des Getränks mit Blasenkrebs belegten. Viele davon hätten aber nicht genügend berücksichtigt, dass Menschen, die viel Kaffee trinken, eher rauchten, räumt die Behörde nun ein. Tabakkonsum steigert das Risiko für Blasenkrebs deutlich.

Zu 20 Tumoren keine Aussage möglich

Der neue Bericht verweist auf eine Fülle von Studien, die keine Verbindung sehen zwischen Kaffee und Tumoren von Brust, Prostata und Bauchspeicheldrüse. Für mehr als 20 andere gängige Tumore - etwa von Lunge oder Magen - könne man keine Aussage treffen, heißt es weiter.

Allerdings gebe es Hinweise darauf, dass Kaffee das Risiko für Tumore von Leber und Gebärmutter senke. Zu den diversen Sorten des Kaffees und den Formen der Zubereitung äußert sich die Behörde nicht.

WHO-Einschätzung zum Kaffee plausibel

Zudem sollte man bedenken: Menschen reagieren unterschiedlich auf Koffein - je nachdem, ob sie den Wirkstoff langsamer oder schneller abbauen. Auch deshalb lässt sich Kaffee so schwer erforschen. Außerdem ist Kaffee nicht gleich Kaffee. Je nach Sorte, Röstung und Zubereitung variieren Wirkung und Inhaltsstoffe.

Zwei unabhängige Experten bezeichneten die neue Einstufung trotzdem als plausibel." Die neue Einstufung der IARC überrascht mich nicht", sagte Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

"Seit Jahren weisen immer mehr wissenschaftliche Studien eher darauf hin, dass ein höherer Kaffeekonsum möglicherweise sogar das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes 2 oder auch manche Krebsformen senken könnte."

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(ben)